Kontrovers

Die Familie Ball will den US-Basketball revolutionieren

dpa

Von dpa

Mo, 01. Januar 2018 um 22:00 Uhr

Basketball

Die US-amerikanische Ball-Familie hat sich in diesem Jahr zu einer Art "First Family" des Basketball-Sports entwickelt. Wo sie auftaucht, lassen Kontroversen nicht lange auf sich warten.

Kaum eine andere Familie sorgt in den USA derzeit für mehr Schlagzeilen als der Basketball-Clan Ball. Egal ob Präsident Donald Trump oder große Sportartikel-Hersteller – die Ball-Familie um Vater LaVar und die Söhne Lonzo, LiAngelo und LaMelo schreckt vor keiner Konfrontation zurück. Besonders präsent ist dabei Vater LaVar Ball. Die Zeitschrift GQ resümierte deshalb in dieser Woche: 2017 sei das Jahr gewesen, "in dem LaVar Ball alles gewann".

Wie kam es dazu? In den US-amerikanischen Medien wird der Vater häufig als "Großmaul" bezeichnet, kontroverse Aussagen scheut er nicht. Der wachsende Bekanntheitsgrad der Familie hat auch dazu geführt, dass seit September die Reality-Web-Show "Ball in the Family" läuft.

Gleichzeitig ist Ball ein kühner Geschäftsmann, der den Familiennamen proaktiv vermarktet. Noch bevor seinem ältesten Sohn Lonzo im Basketball der Durchbruch gelang, rief er die Marke Big Baller Brand ins Leben. Nachdem keiner der großen Sportartikel-Hersteller die Marke kaufen wollte, entschloss er sich kurzerhand einfach selbst einen Schuh zu entwerfen.

Die jüngste Geschäftsidee des Familienvaters ist eine Profi-Liga für High-School-Absolventen, die lieber Geld verdienen wollen als aufs College zu gehen. In der von Big Baller Brand finanzierten "Junior Basketball Association" sollen Spieler zwischen 3000 und 10 000 US-Dollar verdienen können – in einem Monat versteht sich.
Inzwischen ist Sohn Lonzo im Profi-Basketball angekommen. Seit dieser Saison spielt er in der nordamerikanischen Profi-Liga (NBA) für die Los Angeles Lakers. Und das nicht nur als Ergänzungsspieler.

Von Basketball-Legende Magic Johnson wurde er gleich als "neues Gesicht der Lakers" bezeichnet. Damit stellte er ihn in eine Reihe mit Superstar Kobe Bryant, der 20 Jahre lang die Lakers anführte. Doch bislang erfüllt Ball die Erwartungen noch nicht so ganz. Die Mannschaft verliert häufig und er trifft zu wenig. Für seinen Vater ist Lonzo – natürlich – trotzdem schon jetzt der beste Spieler der NBA. "Ich habe meinen Sohn trainiert, ich weiß wie gut er ist", sagt er.

Auch der zweitälteste Sohn LiAngelo sorgte jümgst für Schlagzeilen – indes nicht für sportliche: Wegen Ladendiebstahls wurde er mit zwei Kollegen seines College-Teams in China verhaftet. Sogar US-Präsident Trump schaltete sich in die Angelegenheit ein. Nachdem sich LaVar weigerte, Trump für dessen Hilfe zu danken, twitterte der Präsident: "Ich hätte sie im Gefängnis lassen sollen."

Künftig wird LiAngelo)19) nun in Europa unterwegs sein: Er und sein drei Jahre jüngerer Bruder LaMelo unterzeichneten jeweils Einjahresverträge beim litauischen Erstligisten Vytautas. Am 9. Januar geht’s dort los. Schlagzeilen garantiert.