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05. April 2013 20:52 Uhr

Wandel

Die Freiburger Altstadt verändert ihr Gesicht

Laden wechsel dich: Quasi wöchentlich schließt in der Freiburger Altstadt ein Geschäft oder öffnet ein anderes. Vor allem kleine Läden können sich die Mieten nicht mehr leisten und werden oft durch Filialen verdrängt.

  1. Im Atrium wird sich im Lauf der kommenden Monate einiges tun. Foto: Thomas Kunz

Für einige Ladeninhaber lohnt sich das Geschäft in der Altstadt mit den hohen Mieten nicht mehr. Sie orientieren sich in Sachen Standort neu. Ihre Räume werden in vielen Fällen von Filialisten übernommen. Dennoch glaubt Utz Geiselhart, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Südbaden, dass die Mischung aus Filialisten und inhabergeführten Geschäften in Freiburg noch stimmt (zum Interview). In der Stuttgarter Königstraße, der Haupteinkaufsmeile der Landeshauptstadt, sei das schon anders.

Grafik: Die Innenstadt im Wandel
[Fahren Sie mit der Maus über die Icons in der Karte – Rot steht für Schließung, Grün für Neueröffnung; betrachtet wurden die vergangenen sechs Monate und die nähere Zukunft; reine Umzüge sind nicht berücksichtigt.]

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In Bewegung sind die Dinge auch in zwei großen Einkaufspassagen in der Altstadt. Das "Atrium" am Augustinerplatz hat vor rund zwei Jahren der Freiburger Projektentwickler Peter Unmüßig von einem US-Immobilienkonsortium erworben. Der Geschäfts- und Bürokomplex mit rund 4800 Quadratmetern Fläche hatte in seiner 26-jährigen Historie damit schon vier Eigentümer. Unmüßig will das Atrium so weit als möglich entmieten, umbauen und dann bis Ende dieses Jahres wieder neu vermieten, wie er auf Nachfrage mitteilte. Veränderungen gibt es schon: Das Modegeschäft Laden Zwo zieht noch in diesem Monat vom Atrium nach Oberlinden.

Andere Mieter werden bleiben. So haben die beiden lange in der Passage verwurzelten Gastronomie-Betriebe Café Atrium und das Isle of Innisfree langfristige Mietverträge. Das gilt auch für den North-Face-Store von Sport-Bohny. Bei dem Outdoor-Geschäft schließt man aber derzeit einen Platzwechsel innerhalb des Atriums nicht aus. Dementiert hat Projektentwickler Unmüßig die kursierenden Gerüchte, dass das Modekaufhaus Peek & Cloppenburg an den Augustinerplatz kommen würde.

Was passiert in der Dietler-Passage?

Die Wechselspiele funktionieren auch zwischen den Passagen. So ist bereits vor einiger Zeit die Sushibar vom Atrium in die Dietler-Passage zwischen Salz-, Grünwälderstraße und Gerberau gezogen. Diese 1987 eröffnete Passage erlebte in kurzer Zeit nun ebenfalls den zweiten Besitzerwechsel. Von einer Freiburger Erbengemeinschaft waren die früheren Gebäude des Einrichtungshauses Dietler (zumKomplex gehört auch die "Sportarena" von Mieter Kaufhof) an einen Investor aus Pforzheim gegangen, der die Immobilie nach nur knapp einem Jahr wieder weiter verkaufte. Die eigentliche Dietler-Passage ist dabei vom Filetstück Sportarena getrennt worden. Die Passage übernahm ein Kaufmann aus Karlsruhe, die Sportarena (früher Hettlage) ging an Investoren aus Hamburg. Insider berichten von einem lohnenden Geschäft für den Verkäufer und Kurzzeit-Besitzer: Er soll nach BZ-Informationen den gesamten Komplex damals für zirka 18 Millionen Euro gekauft haben. Ein Jahr später soll er für die Passage rund 10 Millionen Euro und das Sportarena-Gebäude rund 13 Millionen Euro erlöst haben – was unterm Strich einen Gewinn von fünf Millionen Euro bedeuten würde.
Sparkassen-Neubau und Dreisameck

Und auch im kommenden Jahr wird sich die Innenstadt weiter verändern: Bereits für das Frühjahr 2014 ist geplant, dass die ersten Geschäfte im Neubau der Sparkasse an der Kaiser-Joseph-Straße 192 aufmachen. Im Erdgeschoss werden neben H&M auch ein Reisebüro und der französische Damenmodehändler Promod einziehen.

In das Palais Dreisameck will die Sparkassenversicherung 19 Millionen Euro investieren. Die neuen Mieter sollen nach dem Umbau Ende 2014 einziehen. Mit dabei: Alnatura, der Bio-Supermarkt gibt seinen Filiale an der Kaiser-Joseph-Straße 261 auf. Wer sich noch dort ansiedeln wird, ist offen.

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Autor: Alexandra Sillgitt, Joachim Röderer, Frank Zimmermann, Illustration: Hans-Joachim Paul