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13. Juni 2012
Die Fürsten legten Wert auf genaue Besitzpläne
Umkirch zeigt alte Karten und Gemarkungspläne im Rathaus.
UMKIRCH. Wälder, Wiesen und viel Wasser – diese Mischung bestimmte jahrhundertelang das Landschaftsbild von Umkirch. Wer sich davon einen Eindruck verschaffen will, der kann dies im Foyer im Obergeschoss des Umkircher Rathauses tun. Denn dort zeigt die zweite Ausstellung in der Veranstaltungsreihe zum 925-jährigen Jubiläum der ersten urkundlichen Erwähnung der Gemeinde eine ganze Reihe historischer Gemarkungskarten. Sie verdeutlichen, wie die heute typische Vorortgemeinde Freiburgs einst eine rein ländliche Siedlung mitten in der Dreisamniederung gewesen war.
Für ein so historisch eher unscheinbares Dorf wie Umkirch gibt es aus dem 18. und 19. sowie dem frühen 20. Jahrhundert erstaunlich viele Flur- und Gemarkungskarten. Diesen Umstand verdankt die Gemeinde dem Umstand, dass hier das badische und später das hohenzollerische Fürstenhaus jahrhundertelang große Flächen in Eigenbesitz hatten. Und dieser Besitz wurde auch in Plänen festgehalten und dokumentiert, die jeweils auf dem aktuellen Stand der sich damals rasch entwickelnden Vermessungstechnik und Kartographie waren. So zeigen zwei Kartenblätter von anno 1846 die Waldungen "i(hrer) k(öniglichen) H(oheit) der verwitweten Frau Großherzogin Stephanie von Baden" und summieren diesen Besitz auf "727 Morgen und 131 Ruthen" was – rund 262 Hektar entsprechend – weit mehr als der Hälfte des ganzen Waldbestandes der Gemeinde entspricht. Überhaupt spielt die in Baden modern ausgerichtete Forstwirtschaft eine wichtige Rolle auch bei der Entwicklung des Kartenwesens. Das blieb auch so, als das Umkircher Fürstengut an die katholischen Sigmaringer Hohenzollern gefallen war, wie eine Karte über das Grundeigentum des "Stammguts Umkirch" aus dem Jahr 1927 belegt, das auch genau die Grenzen der Jagdreviere ausweist.
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"Wir haben einen wirklich sehr guten Bestand an historischen Karten und Gemarkungsplänen", erklärt der frühere Hauptamtsleiter Bernhard Kenk, "wobei wir viele bereits für das 900-Jahre Jubiläum 1987 gesammelt hatten". Kenk hat die Ausstellung zusammen mit Stephan Kaltwasser vom Heimat- und Geschichtsverein zusammengestellt. Kaltwasser gab bei der Eröffnung auch einen Überblick über die Entwicklung der Kartographie und erläutern so auch, warum manche Karte beim ersten Hinsehen so schwer zu lesen ist. Wo heute auf einer Karte Norden ist, nämlich oben, galt früher meist Osten als Orientierung – das Wort kommt von der Ausrichtung zum Orient. Manche Karten wurden einfach auch so gedreht, wie sie platzsparend an besten in das rechteckige Blattformat passten.
Das älteste Kartenblatt, ein "hermetischer Grundriss der Banngrenzen und Bannsteine" von 1768 zeigt nicht nur, wie klein damals das Dorf noch war, sonder vor allem auch, wie die Dreisam, sowie der Riedgraben und der Mühlbach mit ihren vielen Verzweigungen und Flussinseln die Landschaft noch prägten. Von 1882/83 datiert ein "Atlas von Umkirch", entstanden "in Obsorge der Staatsverwaltung", der auch ein ausführliches Gewannregister enthält, mit Flurbezeichnungen, von denen viele heute vergessen sind. Manche leben in Straßennamen wie "im Hupfuf" oder "am Gansacker" weiter, sind doch viele einst landwirtschaftliche Flächen seit den 50er Jahren in der rasch wachsenden Gemeinde bebaut worden.
Die Ausstellung ist bis zum 19. Juli während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.
Autor: Manfred Frietsch



