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15. Juli 2008

Die ganze Welt im Gedicht

Sehr gut besuchte Lesung

WALDKIRCH. Dresden, Ägypten, Australien, das Massachusetts Institute of Technology (MIT, Cambridge) – und immer wieder, zum Schreiben zurückkehrend, Hausach im Kinzigtal: Der Dichter José F.A. Oliver, so viel wird in seiner fantastisch besuchten Lesung am Sonntag im Georg-Scholz-Haus deutlich, gewinnt aus der Verwurzelung in seinem Heimatort die Möglichkeit, nicht nur den Satz "Manchmal kann man die ganze Welt in einem Gedicht erklären" zu schreiben, sondern auch danach zu leben.

Mit genauem Blick, anhaltender Neugier, symphatischem Witz und der ausgeprägten Sensibilität des Kreativen schreibt er seine Wirklichkeit in Gedichten und Essays auf. Deutlich wird, wie aus der Verwurzelung in zwei Sprachwelten – der andalusisch-spanischen und der alemannisch-deutschen – völlig folgerichtig das Aufstöbern von Worten wird. Oliver weiß sein Publikum mit klug ausgewählten Essays und Gedichten zu fesseln; auch das Wagnis, einen Gedichtzyklus mit Gesängen aus einer andalusischen Prozession zu mischen, gelingt.

José F.A. Oliver, nicht nur ein viel gelesener und übersetzter Autor von Weltruf, sondern ein Literaturvermittler von Rang, der in Hausach den "Lese-Lenz" etabliert hat, beschert dem großen Publikum (rund 60 Besucher) einen literarischen Sonntagvormittag von ausgesuchter Qualität. Begeisterter Beifall und lange Unterhaltungen im Georg-Scholz-Haus folgen. Oliver könnte auch größere Hallen füllen. Info: Die Ausstellung "Zusammen" geht am 20. Juli zu Ende: Finissage am Sonntag, 11 Uhr, zuvor ab 10 Uhr Lesung der Texte aus der Schreibnacht.

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Autor: Frank Berno Timm