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10. November 2010

Die geänderte Wahrnehmung der Bilder

Hubert Burda hat gestern in Karlsruhe sein neues Buch über den "Iconic Turn" vorgestellt .

  1. Hubert Burda mit der in seinem Besitz befindlichen Inkunabel, einer Bibel, die 1496 in Offenburg gedruckt worden ist. Foto: PEter Heck

KARLSRUHE (BZ). Der Verleger Hubert Burda hat in Zusammenarbeit mit namhaften Experten wie dem Philosophen Peter Sloterdijk und dem Medienwissenschaftler Bazon Brock ein weiteres Buch zu einem seiner Lieblingsthemen, dem "Iconic Turn", herausgebracht. Am Dienstagabend war offizielle Buchvorstellung im Museum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe.

Beim Thema "Iconic Turn", etwa zu übersetzen mit "Wende bei der Wahrnehmung von Bildern" geht es um Folgendes: Durch die Digitalisierung hat sich die Welt rasant verändert. Nicht nur Informationen sondern auch Bilder werden schnell, gezielt und großräumig verbreitet. Doch nicht nur die Geschwindigkeit, sondern auch die Art und Weise, wie wir Bilder wahrnehmen hat sich verändert. Gerade die Medienmacher, also Journalisten, Fotografen, Grafiker, Verleger, sind maßgeblich an der Art und Weise beteiligt, wie die Menschen ihre Umwelt wahrnehmen. Die Geltung der visuellen Kommunikation nimmt merklich zu. Doch was sind Bilder eigentlich? Welche Funktion erfüllen sie in ihren jeweiligen Kontexten? Und wie hat sich die Wahrnehmung durch den "Iconic Turn" verändert?

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Mit diesen und vielen weiteren Fragen befasst sich "In Medias Res", das neue Buch von Hubert Burda, das im Wilhelm Fink Verlag er schienen ist. Hans Belting, Horst Bredekamp, Bazon Brock, Friedrich Kittler und Peter Sloterdijk haben sich mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt und tragen somit zum Verständnis dieses komplexen Themas bei, heißt es in einer Ankündigung von Burda-Konzern-Sprecher Nikolaus von der Decken.

Das Buch geht aus von folgender These: Wo immer sich Kommunikation verändert, verändern sich die Fundamente der Gesellschaft. Durch Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks hatte eine Wende in der Kommunikation der Menschen stattgefunden, Bücher waren kein Statussymbol mehr, sondern der breiten Masse zugänglich. Auch die Erfindung des Kupferstichs durch Martin Schongauer ließ einen Ruck durch die Welt gehen, so waren Gemälde nicht mehr nur an einen Platz gebunden, durch Replikationen konnte die ganze Welt daran Teil haben. Auch Innovationen wie die Fotografie und der Film veränderten die Kommunikation in der Welt maßgeblich. Das volle Ausmaß der Veränderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, wird sich auch erst im Laufe der Zeit zeigen.

Um den "Iconic Turn" in seiner ganzen Bandbreite verstehen zu können, sollte man ihn aber nicht nur von der technischen Seite beleuchten, sondern muss ihn auch von der interdisziplinären Seite angehen. Dafür hat Hubert Burda sich der Kollaboration langjähriger Weggefährten versichert: unter anderen des Philosophen Peter Sloterdijk und des Kunstheoretikers Bazon Brock.

"In medias res" – Zehn Kapitel zum Iconic Turn, Wilhelm Fink Verlag 2010, 202 Seiten, 29,80 Euro, ISBN: 978-3-7705-5125-5

Autor: bz