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25. Juli 2012

Die Kinder sind in einer Notsituation

Zu: "Wir Juden sind in einer Notsituation", Beitrag von Annemarie Rösch (Politik, 11. Juli):

"Dayenu" heißt genug im Hebräischen. 3000 Jahre heilige Tradition der Beschneidung ist genug und nicht mehr zeitgemäß. In zivilisierten Gesellschaften ist körperliche Züchtigung zu Recht heute verboten. Beschneidung ist noch viel schlimmer, es ist eine nicht wieder gutzumachende Körperverletzung. Dürfen wir es weiter zulassen, dass die Religion bei uns über das Grundgesetz gestellt wird? Sind bei uns nicht Staat und Kirche getrennt? Eine Taufe kann mit Austritt rückgängig gemacht werden, aber eine abgeschnittene Vorhaut ist weggeschnitten! Also ein massiver Eingriff, unwiderruflich und Körper verletzend, der ohne dass das Kind eine Möglichkeit hatte, sich einverstanden zu erklären, an ihm vorgenommen wurde, ist eine unzeitgemäße Verstümmelung! Nicht "wir" Juden sind in einer Notsituation, sondern die zu beschneidenden Kinder sind es.

Glücklicherweise gibt es auch in Israel immer mehr Eltern, die ihre männlichen Nachkommen nicht mehr beschneiden lassen. Jüdisches Leben hängt nicht von der Beschneidung ab. Religiöse Toleranz hat Grenzen, wenn sie in die Unversehrtheit eingreift. Dies ist ein wichtiges Urteil das vom Kölner Landgericht gefällt wurde und zum anerkannten Grundsatzurteil in der heutigen Gesellschaft werden sollte.
Evelyn Hecht-Galinski, Malsburg-Marzell

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Autor: Evelyn Hecht-Galinski, Malsburg-Marzell