BZ-Aktion Weihnachtswunsch

Die Kinderklinik Ortenau braucht ein neues Beatmungsgerät für Frühchen

Sophia Hesser

Von Sophia Hesser

Sa, 15. Dezember 2018 um 15:10 Uhr

Lahr

Die Klinik braucht 3000 Euro, die sie durch die BZ-Aktion Weihnachtswunsch bekommen soll. Das neue System ist nicht nur gut für die kleinen Patienten, auch die Ärzte profitieren.

In einem Zimmer schreit ein Neugeborenes, im Empfangsbereich bekommt eine Jugendliche ihre Krankmeldung ausgestellt, im nächsten Zimmer stillen frischgebackene Mütter ihre Kinder, nebenan spielt die große Schwester und will das Geschwisterchen endlich sehen. Mittendrin ist Stefan Stuhrmann, er wirkt ruhig, doch ein paar Wünsche treiben ihn um. Unter anderem wünscht sich der Chefarzt der Kinderklinik Ortenau ein neues Gerät. Das soll die BZ-Aktion Weihnachtswunsch möglich machen.

Regelmäßig sind Kinder, die zu früh auf die Welt gekommen sind, Patienten in der Kinderklinik Ortenau. Hier bekommen sie die notwendige Versorgung. Ist die Lunge noch nicht ausgereift, muss das Kind beatmet werden, dafür wird ein Schlauch eingeführt. Bei einem Neugeborenen – und erst recht bei einem Kind das etwa in der 28. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt – ist naturgemäß alles klein. Einen Schlauch einzuführen, ist also eine heikle Sache. "Stimmritze, also der Eingang zur Luftröhre, und Speiseröhre liegen nah beieinander", erklärt Chefarzt Stuhrmann. Deshalb wünscht sich die Klinik ein Hilfsmittel – ein sogenanntes Videolaryngoskop-System.



Mit einem Laryngoskop können die Ärzte genauer auf die Stimmritze schauen und somit leichter den Schlauch einführen. Eine aufgesetzte Videokamera macht es möglich, die Aufnahmen auf einen Bildschirm zu übertragen. So kann sich der Arzt sicherer vortasten. Warum hat die Klinik so etwas nicht, wenn sie es doch brauchen kann? "Die ökonomischen Zwänge sind extrem hoch", erklärt Stuhrmann.

In letzter Zeit sei viel investiert worden, zahlreiche Gerät waren veraltet, neue mussten angeschafft werden. Das Gerät sei "nice to have", wie er sagt. Kein Muss also, aber es ist gut, es zu haben. Dafür braucht die Klinik 3000 Euro, die sie durch die BZ-Aktion Weihnachtswunsch bekommen soll. Und – betont Stuhrmann – das neue System ist nicht nur gut für die kleinen Patienten, die so sicher den lebensnotwendigen Sauerstoff zugeführt bekommen, auch die Ärzte profitieren.

Da heutzutage nicht mehr so häufig wie früher mit einem Schlauch beatmet werde, sondern meist mit einer Maske, seien die Ärzte, besonders die jungen, die in Ausbildung, nicht mehr so geübt, im Ernstfall diese sogenannte Intubation durchzuführen. "Ich bilde auch Assistenzärzte hier aus" sagt Stuhrmann. Und die können dann einfach über den Bildschirm bei der Vasektomie zuschauen und so lernen, wie es geht.

Diese Ausbildung von Ärzten – derzeit sind es acht – ist wichtig für die Klinik. "Viele arbeiten später als Facharzt weiter bei uns. Wir brauchen dringend Nachwuchs", sagt Stuhrmann. Er als Chefarzt, vier Oberärzte, eine Psychologin und 13 Assistenzarztstellen kümmern sich um die Kinder, Jugendlichen und Neugeborenen. Schwerpunkte dabei sind das Prenatalzentrum, in dem Neugeborene versorgt werden, die ab der 24. Schwangerschaftswoche zur Welt kommen. Weiter die kinderkardiologische Ambulanz und die Diabetesambulanz. Außerdem stellt die Klinik ihre Räume niedergelassenen Ärzten für ihre Notdienste zur Verfügung. Apropos Räume, davon könnte die Klinik mehr vertragen. "Wir haben einfach zu wenig Platz", erklärt Stuhrmann. Er hofft, dass sich seine Kinderklinik bald vergrößern kann.

Nun soll zunächst einmal das neue Gerät her. Die Klinik ist hier auf Spenden angewiesen. Zwar hat sie erst kürzlich unverhofft Geld für den geplanten Videotherapieraum bekommen, der eigentlich durch die BZ-Aktion finanziert werden sollte, doch "man hat nie alles, was man braucht", sagt Stuhrmann. Deshalb ist er froh um jede einzelne Spende, jede Sammelaktion, die seinen jungen Patienten zugute kommt.

Mehr Infos zur Kinderklinik gibt es unter http://www.kinderklinik-ortenau.de