Die Kunst der Reduzierung

Sylvia Timm

Von Sylvia Timm

Do, 28. Oktober 2010

Waldkirch

Vernissage im Georg-Scholz-Haus / Beeindruckende musikalische Untermalung.

WALDKIRCH. Trotz aller Kulturtermine in den vergangenen Wochen war die Vernissage für die neue Ausstellung im Georg-Scholz-Haus am Sonntag überaus gut besucht. Die Stühle im ersten Obergeschoss waren rasch besetzt, auch im Nachbarraum und Treppenhaus kamen immer neue Besucher an.

Die Ausstellung von Susanne Fankhauser (siehe auch BZ vom 20. Oktober) zeigt vorwiegend Zeichnungen in Tinte auf Papier und Inkjetdrucke, die eine besondere Entstehungsgeschichte haben: Fankhauser sucht sich in Zeitungen und Illustrierten Motive, extrahiert sie im Computer, reduziert sie auf wesentliche Bestandteile, verbindet sie zu neuen Kombinationen. Allen gemeinsam ist – so stellte es auch Isabel Friedli, Kunsthistorikerin und Freundin von Susanne Fankhauser zur Einführung in die Ausstellung, fest – dass es sich um keine Reproduktionen der Originale handelt, "sondern die Reproduktion ist das Original". Spielte Susanne Fankhauser in ihren ersten Arbeiten noch mit der Wiedererkennbarkeit der Anleihen, auch aus anderen Kunstwerken, so sind ihre heutigen Werke fast schon Piktogramme, die für sich allein stehen.

Musikalisch umrahmt wurde die Ausstellungseröffnung von Lorenz Behringer und Gregor Wäschle an Marimbaphon und Percussion. Die beiden Jugendlichen konnten schon beim ZMF und vor dem früheren Bundespräsidenten Köhler überzeugen und dies gelang ihnen auch im Georg-Scholz-Haus spielend. Später nutzten die Besucher dann die Gelegenheit zum Gespräch mit der Malerin und dem Betrachten nicht nur ihrer Bilder, sondern ebenso einer Ausstellung von Elztäler Künstlern, die über das Wochenende als Teil der "Waldkircher Kulturwochen" in zwei Räumen des Erdgeschosses zu sehen war.

Die Ausstellung von Susanne Fankhauser im Georg-Scholz-Haus wird von mehreren Veranstaltungen begleitet. Am heutigen Donnerstag, 20 Uhr, wird zum Kunstgespräch mit Ursula Breithaupt eingeladen. Am Samstag, 6. November, 19 Uhr, ist Schreibnacht in der Ausstellung, wie immer mit Roland Burkhart. Am Samstag, 13. November, 20 Uhr, wird eine Szenische Lesung mit Bernd Kolarik zu "Hiob" von Joseph Roth stattfinden. Am Freitag, 19. November, 20 Uhr, ist Filosofisches Forum: Klaus Scherzinger beleuchtet die "Friedrich Wilhelm Schelling, Philosoph der Romantik". Zur Finissage ist dann am 5. Dezember eingeladen (10 Uhr Schreibnachtlesung, 11 Uhr Finissage mit der a-capella-Gruppe "Klangfarben".