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16. Oktober 2009 11:27 Uhr
Diskussionen um das Minarett auch im Gemeinderat
Die Lautsprecher sind abgebaut
Die Lautsprecher auf dem Minarett der Alperenler-Moschee sind weg. Auch die Verwaltung stellte klar, dass ein Antrag keine Chancen auf Genehmigung hat.
Öffentlich und unmissverständlich rückte OB Eberhard Niethammer in der Gemeinderatssitzung zur Installation von Lautsprechern auf dem Minarett der Moschee die Verhältnisse zurecht. Auch an Werner Ross, den Vorsitzenden des christlich-islamischen Vereins unter den Zuhörern gerichtet, betonte er, dass die Stadt erwarte, dass die Anlage "unverzüglich abgebaut" und nicht mehr in Betrieb gehe.
Niethammer verwies auf die Baugeschichte und eine "austarierte Lösung, mit der wir aber an unsere Grenzen stoßen". Sie wahre die Rechte beider Seiten. Weil diese "dinglich im Grundbuch gesichert" sind, spiele es keine Rolle, ob der Vorstand des türkisch-islamischen Vereins den Vertrag kenne.
Der Oberbürgermeister machte darüber hinaus deutlich, dass der türkisch islamische Verein keine Chance habe, mit einem Antrag etwas zu erreichen: "Ich rate dringend davon ab, einen Antrag zu stellen, das gibt nur eine unglückliche Diskussion". Deren Ergebnis stehe außerdem schon fest: "Wir werden nicht zustimmen, denn mehr geht nicht". Die Linie der Verwaltungsspitze laute aber, "wir wollen das nicht aufheizen, sondern herunterfahren".
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Falls die Lautsprecher noch am Montag angebracht seien, kündigte Bürgermeister Rolf Karrer an, werde die Stadt erneut einen Brief schreiben und auch anbieten, dass der Bauhof die Demontage übernimmt.Das wird allerdings nicht nötig sein. Das Thema Beschallung am Minarett der Alperenler-Moschee möchte auch die türkisch-islamische Gemeinde am liebsten ungeschehen machen. In einer Stellungnahme, die an allen Türen der Moschee und des angrenzenden türkischen Lebensmittelmarktes angebracht wurde, entschuldigt sie sich für das "ungeschickte Vorgehen" in Sachen "Gebetsruf über Lautsprecher." Wörtlich bedauert die Gemeinde die nicht rechtmäßig angebauten Lautsprecher und teilt mit, dass diese wieder abmontiert werden, was bereits am Donnerstag geschah.
Weiter heißt es, dass weder eine Provokation noch ein bewusster Vertrauensbruch noch ein Austesten von Grenzen beabsichtigt wurde. Im gleichen Text entschuldigt sich die Gemeinde für die unnötige Irritation in der Bevölkerung und unterstreicht, dass sie für ein gutes Miteinander, Respekt und Toleranz in Rheinfelden steht. Die türkisch-islamische Gemeinde habe mit ihrem familienfreundlichen und bevölkerungsoffnen Projekten positive Resonanz erlangt, wofür sie auch weiterhin sorgen werde. Entgegen erster Verlautbarungen will die Gemeinde auch keinen neuen Antrag auf eine Genehmigung für eine entsprechende Lautsprecherbeschallung stellen, so das Vorstandsmitglied Ahmet Cinar. Zu weiteren Gesprächen waren weder er bereit noch der Imam der Moschee Ömer-Sengül. Ab sofort werde wieder einmal freitags über den Muezzin für etwa 2 Minuten zum Freitagsgebet gerufen.
Mit Kopfschütteln über die große öffentliche Aufregung äußerte sich der türkische Lebensmittelhändler neben der Moschee. Er verwies auf seine Heimatstadt Konya, eine islamischen Stadt, in der eine christliche Kirche in der Türkei mit Glockengeläut zum Gebet einlade.
- Vorgeschichte: Ärger um Lautsprecher auf dem Minarett
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Autor: ibö/mar
