Die Leidenschaft gehört der Musik

Sebastian Heilemann

Von Sebastian Heilemann

Sa, 28. Juni 2014

Kreis Emmendingen

Flötenquartett der Musikschule Nördlicher Breisgau erringt einen ersten Preis bei Bundeswettbewerb "Jugend musiziert".

EMMENDINGEN. Viel Herzblut, Zeit und Fleiß braucht es, wenn man bei "Jugend musiziert" antritt. All das haben Laura Oßwald, Lea Eglin, Karina Punt und Anja Arend investiert. Das hat sich nun ausgezahlt: Beim Bundeswettbewerb in Braunschweig gewann das Blockflötenquartett der Musikschule Nördlicher Breisgau einen ersten Preis. Was die Vier motiviert: ihre Freundschaft und die Liebe zur Musik.

KREIS

"Wenn wir erstmal spielen, dann sind wir so in der Musik drin, dass man alles drum herum vergisst", sagt die 15-jährige Laura Oßwald aus Emmendingen. Nun sind kaum drei Wochen vergangen, dass die jungen Musikerinnen eine siebenköpfige Jury in Braunschweig überzeugt haben: Belohnung für fast ein Jahr Vorbereitung. Zuvor mussten sie sich im Regional- und Landeswettbewerb qualifizieren. Doch müde sind sie deswegen noch lange nicht. Zwar denken die vier direkt nach dem Wettbewerb auch mal daran "Blockflötenurlaub" zu nehmen, Zeit dafür gibt es aber eigentlich nicht. Der nächste Auftritt steht bereits fest. Und so treffen sie sich erneut zum Proben − zur Not auch, wenn die Musiklehrerin gerade keine Zeit hat, im heimischen Wohnzimmer.

"Während dem Spielen sind wir wirklich komplett auf die Musik konzentriert", sagt Karina Punt (16) aus Heuweiler. Nichts kann sie dabei aus der Ruhe bringen: Der Bundeswettbewerb fand in einer Schule statt. Während das Quartett vorspielte, tönte der Schulgong mitten in ihr Stück. Der hätte eigentlich abgeschaltet sein müssen. Die vier Schülerinnen ließen sich dadurch jedoch nicht aus dem Konzept bringen: "Wir haben das einfach ignoriert und weitergespielt". 15 Minuten und drei Stücke später verließen sie die Bühne als Preisträgerinnen.

Beim Flötespielen geht es aber längst nicht nur um Erfolg und Leistung. "Ohne Musik wäre mein Leben langweilig", sagt Karina. Wenn sie einmal traurig sei, finge sie an zu spielen oder zu singen, erzählt die 16-Jährige weiter. Das macht auch das umfangreiche Proben leichter. "Wir üben eigentlich sehr gerne", sagt die 16-jährige Lea Eglin aus Buchholz, "für uns ist das schon eine Herzenssache". Diese Leidenschaft ist wichtig, denn geprobt wird mindestens einmal in der Woche, dazu kommt Einzelunterricht, und vor Wettbewerben muss fast täglich geübt werden. "Das Leben ist in der Zeit vor dem Wettbewerb auch immer ein bisschen von Jugend musiziert bestimmt", sagt Laura.

Nach unzähligen Auftritten hat das Quartett sogar schon ein Ritual zur Vorbereitung vor dem Auftritt entwickelt: Yoga- Übungen. "Allerdings nichts mit Verrenkungen", sagt Karina. "Das sind mehr Atemübungen − da bekommt man lange und ruhige Atemzüge," erklärt Lea. Das sorge für Gelassenheit. "Wenn mich nachts jemand aufwecken würde, und sagt spiel mal ab der Stelle, könnte ich das."

Anja Arend aus Sexau (15) begann schon mit fünf mit der Blockflöte, weil auch ihre Schwester spielte. Ein Quartett sind die vier Schülerinnen seit 2010. Die Musiklehrerin stellte sie zusammen. Dabei sind sie gute Freundinnen geworden. "Zu viert macht das einfach mehr Spaß", erklärt Anja. "Das gibt einem auch Sicherheit mit drei Freundinnen auf der Bühne zu stehen", ergänzt Lea.

Ob das Quartett auch an der nächsten Ensembleausschreibung von Jugend musiziert in drei Jahren teilnehmen wird, steht in den Sternen. Alle gehen in unterschiedliche Klassenstufen, Lea wird die Schule in einem Jahr beenden. "Auf jeden Fall bin ich mir sicher, dass mich die Musik mein ganzes Leben begleiten wird", sagt Lea. Das nächste Mal steht das Quartett beim Sommerkonzert der Musikschule am Samstag, 5. Juli, 14 Uhr, in der Karl-Friedrich-Schule in Emmendingen auf der Bühne. Dort wird es auch ein Stück aus dem Wettbewerbsprogramm spielen.