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05. Juli 2012
Die Liebe für schnelle Autos und Gesang
Gustav Mößner, der frühere Warteck-Wirt, feiert heute seinen 100. Geburtstag in Niederweiler.
MÜLLHEIM-NIEDERWEILER. Rasante Autos und Gesang sind seit 80 Jahren seine große Leidenschaft. Das Autofahren hat er vor wenigen Wochen eingestellt, aber aktiver Sänger bleibt er weiterhin. Heute feiert der frühere Warteck-Wirt Gustav Mößner in Niederweiler seinen 100. Geburtstag.
In Niederweiler wurde er am 5. Juli 1912 geboren und nach Vater und Großvater getauft. Aufgewachsen ist er im Warteck, das 75 Jahre lang im Familienbesitz war. Sein Opa Gustav Mößner hat das Dorfgasthaus 1891 erworben. Nach seinem Vater wurde der Jubilar in der dritten Generation Wirt. Da er Landwirt und Winzer mit vielen Reben gewesen sei, habe seine Frau Erna den Gasthof fast allein geleitet, sagt Gustav Mößner. Er hat noch bis vor wenigen Jahren in den Reben geschafft und sein Brennrecht zum Schnapsen genutzt. Nachdem ein Enkel das Gasthaus übernommen und 1966 verkauft hat, sind Erna und Gustav Mößner ins Haus gegenüber vom Warteck umgezogen, wo er bis heute wohnt. Nach 54 Ehejahren ist seine Frau Erna 1994 gestorben und fünf Jahre später auch die einzige Tochter. Geblieben sind ihm drei Enkel und zwei Urenkel.Die hätten ihn im Frühjahr gedrängt, das Autofahren einzustellen: "Des war verdammt schwer", bedauert der Jubilar. Früher sei er ein begeisterter Reiter im Markgräfler Reiterverein Buggingen gewesen – auf den beiden Rössern, die auch seine landwirtschaftlichen Zugpferde waren. Doch nach dem Krieg habe er auf mehr Pferdestärken umgestellt. Sein erstes Auto sei der DKW, "das kleine Wunder", gewesen. Nach einem Mercedes SL und einem Boxter habe er sich mit 87 Jahren einen Porsche gekauft und später einem Enkel geschenkt.
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Im Gesangverein Niederweiler war Gustav Mößner 40 Jahre lang aktiv. Seit ebenfalls 40 Jahren und bis heute singt er im "Bajazzo-Chor" am Stammtisch in Auggen-Hach. In Hach treffe er sich mit zehn Freunden jeden Montag am Stammtisch, das sei sein "schönster Wochentag". Er sei froh, einen klaren Kopf zu haben, zu schaffen mache ihm seit vielen Jahren nur das krumme Kreuz. Beweglich halte ihn sein Rollator. Und dank der Sozialstation und dem täglichen "Essen auf Rädern" könne er zum Glück daheim wohnen. Auch sein Enkel Andi Sehringer und vor allem dessen Frau Barbara kümmern sich liebevoll um ihn, wie Mößner betont. Hoch lobt er auch seinen besten Freund, der ihn regelmäßig besuche, obwohl er inzwischen am Kaiserstuhl wohne. Gustav Mößner feiert seinen 100. Geburtstag heute mit Freunden und der Familie. Ganz besonders freut er sich auf das angekündigte Ständchen vom Küferchor Hügelheim.
Autor: Sigrid Umiger



