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19. Juni 2012

Die Liste neu angesiedelter Pflanzenarten ist lang

Verwaltung und Gemeinderäte machten sich von den Ausgleichsflächen für den Gewerbepark und das Hybridkraftwerk ein Bild.

NEURIED (df). Knabenkraut, Wasserfenchel, Wiesenraute. Die Liste neu angesiedelter Pflanzenarten auf den naturschutzrechtlichen Ausgleichsflächen für den interkommunalen Gewerbepark von Kehl und Neuried ba.sic und das Hybridkraftwerk Neuried ist lang. Das war der Verwaltung und den Gemeinderäten einen Besuch vor Ort wert.

Joachim Bresch von der Planungsgesellschaft Bresch, Henne und Mühlinghaus (BHMP) und Sabine Harms vom Regierungspräsidium stellten die Ausgleichsflächen vor. Ein Großteil der Flächen sei zu neuen Riedwiesen entwickelt worden, da diese historisch und namentlich mit Neuried verbunden seien. Riedwiesen – oder auch Streuwiesen – bezeichnen einen an seltenen und gefährdeten Pflanzenarten reichen Feuchtwiesentyp.

Entstanden sind diese nährstoffarmen Wiesen durch die Nutzung: Das Gras ist meist erst im September/Oktober gemäht worden, als Einstreu für die Viehställe oder zur Abdeckung von Rübenmieten. Obwohl alle neuen Riedwiesen auf die gleiche Art und Weise angelegt wurden, nämlich durch Rodung von Grauweidengebüsch und Einsaat von Hand gesammelten Saatguts, konnten sich unterschiedlich ausgeprägte Biotope mit ihrem eigenen Charme entwickeln. Dies liegt daran, dass sich sowohl die Herkunft des Mähgut-Spendermaterials als auch die Bodenverhältnisse der einzelnen Flächen unterscheiden.

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Zuerst besuchten die Teilnehmer eine Riedwiese im Gewann Hetzlerau, eine historisch belegte, ehemalige Ferkelweide in einem Schlut – das ist ein verlandeter Altrheinarm. Nach sieben Jahren Entwicklungszeitraum sind hier zum Beispiel große Bestände des seltenen Fleischfarbenen Knabenkrauts, vereinzelt Bienenragwurz, eine gefährdete Orchideenart sowie einige Exemplare der Sibirischen Schwertlilie anzutreffen.

Anschließend ging es zur Sauschollelache in Ichenheim. Dieses Naturschutzgebiet ist eines der bedeutendsten in Baden-Württemberg.

Weiter wurde die aktuelle Maßnahme des Regierungspräsidiums Freiburg auf der Sauweide besichtigt, die vor rund einem halben Jahr entbuscht worden ist.

Autor: df


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