Zweiter Alarm innerhalb einer Woche

Die nächste Fliegerbombe am Hohbergweg in Lahr ist entschärft

Mark Alexander

Von Mark Alexander

Di, 07. August 2018 um 16:35 Uhr

Lahr

Im Hohbergweg in Lahr ist am heutigen Dienstag erneut eine Fliegerbombe gefunden worden. Etwa 100 Menschen wurden evakuiert. Gegen 18 Uhr gab es Entwarnung.

Wieder eine Fliegerbombe, wieder eine Evakuierung, wieder Entwarnung am Abend. Auf dem früheren Akad-Areal am Hohbergweg hat sich die Geschichte vom Mittwoch wiederholt. Das Herzzentrum war nicht betroffen. Die Polizei geht davon aus, dass es sich um den letzten Fund auf der Grünfläche handelt.

"Business as usual." Als Polizei-Pressesprecher Patrick Bergmann am Nachmittag Richtung Fundort läuft, wirkt er entspannt. Dass auf dem früheren Akad-Areal ein weiterer Blindgänger liegt, ist keine Überraschung. Mit der bevorstehenden Evakuierung haben alle Beteiligten bereits Erfahrung. Kurz nach 13 Uhr ist der Fund gemeldet worden, zwei Stunden später sind die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Stuttgart vor Ort. Die wichtigste Nachricht: Der Bombenfund ähnelt dem vom Mittwoch, er wiegt keine 500 Kilo, sondern "nur" 250. Somit bleibt auch der Evakuierungsradius gleich: etwa 300 Meter. Das Herzzentrum ist somit nicht betroffen.

Es soll der letzte Bombenfund bleiben

"Achtung, Achtung. Bitte verlassen Sie umgehend den gesperrten Bereich." Gegen 16 Uhr sind wieder die Durchsagen aus den Lautsprechern der Polizeifahrzeuge zu hören. Viele Anwohner kennen sie schon. Eine Frau ist gar nicht begeistert. "Hier sind ältere Menschen in der Wohnung." Die müssen sie nun kurzfristig verlassen. Sollte jemand Schwierigkeiten haben, dann stände das Rote Kreuz bereit. Wieder klingeln die Beamten an den Türen, etwa hundert Anwohner werden angetroffen. Wieder wird eine Sammelstelle am Max-Planck-Gymnasium eingerichtet, wo sich etwa 30 Menschen treffen. Ein Teil des früheren Kasernengeländes und der Bereich beim Hohbergsee werden geräumt, die Zufahrtswege gesperrt. Alles verläuft problemlos. Ein Anwohner nutzt die Zeit, um den Hund Gassi zu führen. "Ich habe ja Verständnis dafür", sagt er. "Aber könnte man das nicht eine Stunde früher ankündigen? Dann hätte man mehr Zeit, sich vorzubereiten."

Allzu lange muss er nicht warten. Schon kurz nach 18 Uhr gibt es Entwarnung. Die nächste Weltkriegsbombe ist entschärft. Etwa eine halbe Stunde haben die Experten dafür gebraucht. Auch das Wetter hat mitgespielt, ein Gewitter ist ausgeblieben. Der Blindgänger wird nun abtransportiert, die Anwohner können zurück nach Hause. Derweil verlassen die 80 Polizeibeamten, die Feuerwehrleute und die städtischen Mitarbeiter das Gelände.

Der Grund für die Bombenfunde ist die Bombardierung der früheren Serre-Kaserne Ende des Zweiten Weltkriegs (die BZ hat berichtet). Zu einer dritten Evakuierung soll es nicht kommen. "Wir gehen nicht davon aus, auf der Grünfläche noch weitere Blindgänger zu finden", sagt Bergmann nach Rücksprache mit den Experten. Über diese Nachricht werden sich nicht nur die Anwohner freuen, sondern auch die Imolar GmbH. Diese möchte auf dem Areal, wo einst die Wissenschaftliche Hochschule beheimatet war, Wohnungen bauen. Im Vorfeld hatte sie eine Spezialfirma beauftragt, um das Gelände zu untersuchen. Während das Bebauungsplanverfahren noch läuft, ist nun zumindest der Boden für das Projekt bereitet.
Bombenfunde in Lahr

  • Im Mai 2015 war bei den Arbeiten im Baugebiet Hagendorn in Burgheim mittags eine 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. 75 Häuser waren betroffen, 38 Anwohner wurden angetroffen und evakuiert.

Blindgänger in Lahr

Die Stadt Lahr verfügt über ein Kataster mit Verdachtsflächen. Unter anderem ist dort ersichtlich, wo im Zweiten Weltkrieg Bomben gefallen sind und wo Blindgänger begraben sein könnten. Wird auf solchen Flächen in die Tiefe gegraben, dann überwacht die Kampfmittelsuche den Bau. Bei einem Fund wird die Polizei alarmiert, außerdem der Stab für außergewöhnliche Ereignisse der Stadt Lahr. Dann sind die Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst des Regierungspräsidiums an der Reihe. Diese nehmen den Fund unter die Lupe, ordnen ihn ein. Dann wird in Abstimmung mit der Stadt entschieden, ob Anwohner für die Zeit der Entschärfung werden müssen. Laut den Experten dauert eine Entschärfung im Normalfall zwischen 30 und 90 Minuten.