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21. Juni 2012

Die Post zieht nach Märkt

Bürgermeister Fürstenberger ärgert der stillschweigende Wegzug

  1. Am kommenden Montag zieht der Zustellstützpunkt von Efringen-Kirchen nach Märkt um. Foto: schopferer

EFRINGEN-KIRCHEN (mfs). Der Zustellstützpunkt der Post in der Bahnhofstraße Efringen-Kirchen wird geschlossen. Das Unternehmen hat neue Räumlichkeiten in Märkt angemietet und wird von dort aus schon ab nächster Woche die Post den Haushalten in den Gemeinden Efringen-Kirchen, Binzen, Fischingen, Eimeldingen, Schallbach und ein Großteil von Rümmingen zustellen.

Bis zuletzt hielten sich Gerüchte, wonach die Deutsche Post/DHL im Gewerbegebiet von Efringen-Kirchen eine Immobilie für einen neuen Zustellstützpunkt gefunden habe, den das Unternehmen zumindest für eine Übergangszeit nutzen kann. Doch daraus wurde nichts, künftig werden Päckchen und Briefe von Märkt aus ausgeliefert, wie der Pressesprecher der Post Hugo Gimber auf BZ-Nachfrage erklärt. "In Märkt haben wir optimale Voraussetzungen gefunden". Sowohl die verkehrstechnische Lage mit einem nahen Autobahnzubringer als auch der Mietpreis seien für einen Zustellstützpunkt "sehr günstig".

Der Unternehmenssprecher ergänzt, dass man in Efringen-Kirchen lange gesucht, aber schlicht "nichts gefunden hat, was wirklich passt". Schon am kommenden Montag zieht der Zustellstützpunkt nach Märkt um. Morgens würden die Paket- und Briefausträger noch von Efringen-Kirchen aus auf ihre Tour starten, nachmittags dann allerdings in die neu angemietet Immobilie am Ortsrand zwischen Autobahn und Altrhein in Märkt zurückkehren.

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Der Postsprecher legt Wert darauf, dass sich "für die Kunden mit dem Umzug absolut nichts ändert". Auch die Zustellzeiten blieben gleich. Notwendig wurde der Umzug, weil das historische Postgebäude in der Bahnhofstraße 12 in Efringen-Kirchen verkauft wurde. Der neue Besitzer, eine Weiler Immobilienfirma, will dort neben luxuriösen Eigentumswohnungen auch eine Zahnarztpraxis unterbringen und hat deshalb der Post fristgemäß zum 30. Juni gekündigt. Das Unternehmen hatte sich aber ohnehin seit längerem nach einer neuen Mietimmobilie umgesehen, da sich die bisherigen Räumlichkeiten in den vergangenen Jahren als nicht optimal für eine schnelle Bearbeitung erwiesen hatten. Im ersten Obergeschoss wurde sortiert, sämtliche Briefsendungen mussten in einem Warenaufzug dorthin transportiert werden. Heute setzt man auf eine ebenerdige Anlieferung mit schnelleren, wirtschaftlicheren Bearbeitungszeiten.

Ursprünglich hatte man sogar daran gedacht, die Efringen-Kirchener Zustelleinheit aufzugeben und die von dort belieferten zwölf Bezirke auf umliegende Standorte aufzuteilen. Räumlich sei dies bei den umliegenden Zustellstützpunkten aber nicht möglich gewesen, so Pressesprecher Gimber. Deshalb "verlagern wir den Efringen-Kirchener Standort nun 1:1 nach Märkt". Betroffen seien von dieser Neuregelung 17 Beschäftigte.

Bürgermeister Wolfgang Fürstenberger ärgert sich offen über den Wegzug, zumal er davon erst durch die BZ-Nachfrage erfuhr. "Ich habe mich bei der Suche nach einer neuen Örtlichkeit persönlich mit eingebracht und auch Kontakte geknüpft". Mehrmals sei man sogar unmittelbar vor einem Vertragsabschluss gestanden. "Wegen ein paar Pfennig Miete" habe man nun in Märkt eine offensichtlich betriebswirtschaftlich schlechtere Lösung gefunden, wenn man Wegezeiten und Sprit einrechne. Er findet aber auch: "Reisende soll man nicht aufhalten".

Autor: mfs