Die Prominenz kommt zum Vorspiel

Matthias Kaufhold

Von Matthias Kaufhold

Mi, 25. Juli 2018

Oberliga BaWü

Racing Straßburg und der SC Freiburg eröffnen mit einem Testspiel den 34. Kaiserstuhl-Cup in Bahlingen / Viererturnier um Cupsieg.

FUSSBALL. Wo steckt eigentlich Valérien Ismaël? Unweigerlich schoss einem diese Frage durch den Kopf, als der Bahlinger Vereinsvorsitzende Dieter Bühler am Montagabend eine kleine Geschichte aus der anekdotenreichen Historie des Kaiserstuhl-Cups beim Pressetermin zur 34. Auflage des Vorbereitungsturniers preisgab. Ismaël, der als Innenverteidiger bei Werder Bremen, Bayern München und Hannover 96 größeren Bekanntheitsgrad erlangte, wurde 2002 vom damaligen Werder-Manager Klaus Allofs ausgerechnet beim Kaiserstuhl-Cup für die Bundesliga entdeckt. Racing Straßburg holte sich damals beim Bahlinger SC den Pokalsieg, und der gebürtige Straßburger Ismaël leitete nach einem Gespräch mit Allofs im Kaiserstuhlstadion seinen Wechsel von seinem französischen Heimatverein zu den Hansestädtern ein Jahr später ein.

"Der Kaiserstuhl-Cup ist immer auch eine Spielerbörse", folgerte Vereinschef Bühler, der am ersten August-Wochenende wieder die Straßburger im Boot hat beim "Axa-Kaiserstuhl-Cup um den Fürstenberg-Pokal", wie das frühere Bente-Turnier aus Rücksicht auf Sponsoren inzwischen etwas verschwurbelt heißt.

Vor 16 Jahren kamen die Profiklubs noch für zwei Tage auf die Ponderosa und spielten dabei bereitwillig auch gegen die lokale Amateurszene (So gewann Straßburg das Endspiel gegen den FC Teningen, über den tags zuvor der 1. FC Nürnberg gestolpert war). Heute sind die Bahlinger froh, wenn sich die Prominenz im Rahmen des Cups zumindest für ein Testspiel ohne Turnierwertung sehen lässt. Und so treffen am Freitag, 3. August, die Elsässer aus der Ligue 1 (mit dem Ex-Freiburger Stefan Mitrovic) und der südbadische Platzhirsch SC Freiburg aufeinander. Der Ausrichter entsprach damit ganz dem Terminwunsch des Bundesligisten.

Beim eigentlichen Cup-Turnier am Samstag, 5. August, bleiben die Amateure unter sich. Eigentlich war ein Vierer-Vergleich von Oberligisten vorgesehen, doch dann vergeigte der Freiburger FC in allerletzter Aufstiegsrundenminute das große Ziel und verharrt weiter in der Verbandsliga. Natürlich habe man daran noch zu knabbern, bekannte der zweite FFC-Vorsitzende Horst Schepputat in Bahlingen. Man habe sich aber riesig gefreut, trotz des verpassten Aufstiegs eingeladen worden zu sein. Weil die Verbandsliga bereits am gleichen Wochenende startet, wurde der FFC-Ligaauftakt gegen den FC Auggen auf Mittwoch, 29. August, verschoben.

Beim Kaiserstuhl-Cup erhoffen sich auch die drei Oberligisten FC 08 Villingen, SV Linx und BSC eine Standortbestimmung vor der eine Woche später einsetzenden Runde. "Es wird schön zu sehen sein, wie wir reagieren, wenn wir mal unter Druck kommen", sagt Axel Siefert, Teil des neuen Trainerduos beim BSC mit Dennis Bührer. Das sei in den aktuellen Testspielen gegen unterklassige Gegner selten der Fall gewesen. Vorsitzender Bühler wünscht sich natürlich, dass auch die Kasse stimmt: "Es wäre gut, wenn wir an beiden Tagen zusammen 3000 Zuschauer hätten." Die Eintrittspreise für den Samstag sind herabgesetzt worden (Stehplatz 10 Euro, am Freitag 14 Euro).

Und wo steckt jetzt Ismaël? Bekanntlich ist der frühere Abwehrrecke ja ins Trainerfach gewechselt, kam in Nürnberg und Wolfsburg aber nicht über Kurzzeit-Engagements als Bundesliga-Verantwortlicher hinaus. Wird jetzt in Griechenland alles anders? Eine schnelle Recherche im Internet ergab, dass Ismaël neuerdings den Athener Erstligisten Apollon Smyrnis trainiert. Tolle Sache. Und vielleicht mal eine Einladung wert für die 35. Auflage. Schließlich spielte erst einmal ein griechischer Klub beim Kaiserstuhl-Cup. Iraklis Saloniki wurde im Jahr 2000 Dritter.

Das Programm des 34. Kaiserstuhl-Cups beim Bahlinger SC: Freitag, 3. August, 18.30 Uhr: Testspiel SC Freiburg – Racing Straßburg. Samstag, 4. August, 15 Uhr: Halbfinale FC 08 Villingen – Freiburger FC, 16.15 Uhr: Halbfinale Bahlinger SC – SV Linx, 17.45 Uhr: Spiel um Platz drei, 19 Uhr: Finale (alle Spiele am Samstag über zweimal 30 Minuten).