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30. Juni 2012

Die Prüfung möge beginnen

Erste Unterlagen abgegeben: Planfeststellungsverfahren für Pumpspeicherwerk Atdorf beginnt.

  1. Kistenweise Arbeit: Erster Landesbeamter Jörg Gantzer mit Antragsunterlagen für das Pumpspeicherwerk Atdorf Foto: Jens Klein

BAD SÄCKINGEN/WALDSHUT. Ein Kleintransporter, 27 Kisten, 175 Aktenordner, zigtausend Seiten Papier und mächtig viel Arbeit: Was Daniel Czichowsky und seine Kollegen vom Landratsamt Waldshut am Freitag mit einer Sackkarre in ihre Büros gerollt oder kistenweise dorthin getragen haben, wird sie einige Zeit beschäftigen. Es ist unter anderem der Großteil der Antragsunterlagen für das Pumpspeicherkraftwerk Atdorf. Damit hat die Schluchseewerk AG den Startschuss für das Planfeststellungsverfahren gegeben.

Ein weißer Lieferwagen hat den Aktenberg nach Waldshut transportiert. Unscheinbarer könnte er eigentlich gar nicht sein. Doch die Ladung des Fahrzeugs ist für die Schluchseewerk AG ein Meilenstein: "Wir sind stolz darauf, nach einer intensiven Vorbereitungszeit die Antragsunterlagen einzureichen und somit das Planfeststellungsverfahren einzuleiten", sagt Technik-Vorstand Nicolaus Römer. Mit den Antragsunterlagen dürften sich im Landratsamt und im Regierungspräsidium Freiburg insgesamt etwa 20 Leute beschäftigen. Zudem hat die Schluchseewerk AG mehrere Ordner mit Berechnungsgrundlagen und Unterlagen zur Vorprüfung im Landratsamt abgegeben.

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"Jetzt geht es um die Frage, ob die Akten auslegungsfähig sind", sagt Jörg Gantzer, Erster Landesbeamter und stellvertretender Landrat des Landkreises Waldshut. Er rechnet damit, dass dazu in etwa zwei Monaten eine Aussage getroffen werden kann. Im Laufe der zweieinhalb Jahre, die sich das Landratsamt inzwischen schon mit dem Projekt befasst, sind bis jetzt deutlich mehr als 10 000 Arbeitsstunden zusammengekommen.

Mit einer Offenlage, also der förmlichen Beteiligung der Öffentlichkeit, ist dann aber nach Aussage Gantzers noch nicht zu rechnen. Die technische Planung des Pumpspeicherwerks und eine Reihe von Gutachten zur technischen Planung seien zwar bereits enthalten. Der naturschutzrechtliche Teil der Antragsunterlagen fehle allerdings. "Wir brauchen noch einige Monate, um die fehlenden Unterlagen zusammenzustellen", kündigt Michael Fink von der Schluchseewerk AG an. Das liege unter anderem daran, dass als Folge des Runden Tisches zum Pumpspeicherwerk Atdorf mögliche Standortalternativen noch mal eingehender geprüft werden müssen. Erster Landesbeamter Gantzer rechnet frühestens vor der Sommerpause 2013 mit einer Offenlage der Unterlagen. "Ich plane dann, wenn alles gut läuft, einen Erörterungstermin im Spätherbst 2013", sagte er Freitagmittag.

Autor: Jens Klein