Die Raser sollen gebremst werden

Reiner Beschorner

Von Reiner Beschorner

Do, 13. September 2018

Friesenheim

Oberschopfheim war die erste Station für Anregungen zum Friesenheimer Verkehrskonzept.

FRIESENHEIM-OBERSCHOPFHEIM (rb). Die Gemeindeverwaltung Friesenheim sammelt jetzt in jedem Ortsteil die Anregungen für ein neues Verkehrskonzept der Gesamtgemeinde. Als erste Station waren die Oberschopfheimer gefragt, und gut 60 Männer und Frauen kamen dazu am Dienstag in die Auberghalle. Im Vereinsraum sammelten sie ihre Wünsche, gaben Anregungen und machten auf aktuelle Probleme aufmerksam.

Das Straßenverkehrskonzept der Gemeinde Friesenheim aus dem Jahr 2002 soll für die kommenden zehn bis 15 Jahre fortgeschrieben und auf die Teilorte ausgeweitet werden. Erklärtes Ziel ist es, den Verkehr flüssiger zu gestalten und dabei die Interessen aller Verkehrsteilnehmer, aber auch der Anwohner unter einen Hut zu bringen. Bei einer zurückliegenden ersten Bürgerversammlung in der Sternenberghalle war vereinbart worden, das Konzept in allen Teilorten noch einmal differenziert vorzustellen (die BZ berichtete ausführlich).

Die Veranstaltung im Ortsteil Oberschopfheim war vorbildlich organisiert: Nach der Vorstellung des Gesamtkonzepts durch Planer Florian Krentel vom Ingenieurbüro Fichtner in Freiburg hatten die Bürgerinnen und Bürger 30 Minuten Gelegenheit, im Nebenzimmer in Grüppchen ihre Wünsche, Anträge und Bedenken anhand von vergrößerten Kartenausschnitten zu formulieren und zu Protokoll zu geben. Dabei war der Ortsteil mit der unmittelbaren Umgebung in vier Wohnbezirke eingeteilt. Die Einwände und Lösungsmöglichkeiten wurden anschließend gemeinsam erörtert und diskutiert:
» Nahezu flächendeckend sind die hohen Fahrgeschwindigkeiten, das Gehwegparken und der zunehmende Schwerlastverkehr in den dafür viel zu engen Straßen bemängelt worden. Eine Lösung könnten stationäre Blitzgeräte, Nachtfahrverbote für Lastwagen und mehr Kontrollen des ruhenden Verkehrs bringen, wurde vorgeschlagen.
Im Nahbereich mehrerer Bushaltestellen wünschten sich die Bürger Querungshilfen und in der Hauptstraße die Umgestaltung der Einmündung in die Bundesstraße 3 durch die Versetzung der Verkehrsinsel nach Süden.
» In der Diersburger Straße werden Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) für sinnvoll angesehen, weil dort wechselseitig die Gehwege fehlen.
Oben auf dem Wunschzettel stehen verkehrsberuhigte Zonen rund um den Kindergarten und die Ausarbeitung eines Schulwegkonzeptes.
Beklagt wurde außerdem die fehlende Anbindung der Friesenheimer Ortsteile untereinander im Zuge des ÖPNV.

Nach fast zwei Stunden hatten die Anwohner ein dickes Heft voller Anregungen gebunden, das dem Planungsbüro als Hausaufgabe zur Einarbeitung in das Verkehrskonzept an die Hand gegeben wurde. Am Ende bat Oberschopfheims Ortsvorsteher Michael Jäckle die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis, dass nicht alle Wünsche und Anregungen zeitnah umgesetzt werden könnten – und er erinnerte auch daran, dass die Gemeinde dafür viel Geld in die Hand nehmen müsse.