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Die Schwäche des SC Freiburg: Auswärts zu viele Gegentore

Daniela Frahm, dpa

Von Daniela Frahm & dpa

Sa, 23. Dezember 2017 um 13:09 Uhr

SC Freiburg

In acht von elf Auswärtsspielen inklusive Europa-League-Qualifikation und Pokal hat der SC Freiburg bislang drei oder mehr Tore kassiert. "Mit der Quote hast du keine Chance", so Torjäger Petersen.

Nach dem Pokal-Aus gegen Werder Bremen hat der SC Freiburg mit einer Fehlentscheidung des Schiedsrichters gehadert. Mindestens genauso heftig war zum Jahresabschluss aber die Manöverkritik an sich selbst. Die vielen Gegentore in Auswärtsspielen ärgern auf die Dauer nicht nur den Trainer Christian Streich. "Wir sind im Moment nicht in der Lage, länger als fünf Minuten ein 0:0 zu halten, das ist eine Katastrophe", sagte Streich nach dem 2:3 (1:2) im Achtelfinale des DFB-Pokals am Mittwoch in Bremen.

Coach sieht individuelle Fehler als Hauptgrund

Die Auswärtsschwäche plagt Freiburg nicht erst seit dieser Saison, aber in dieser Hinrunde war sie besonders eklatant. In acht von elf Auswärtspflichtspielen inklusive Europa-League-Qualifikation und Pokal kassierte der Fußball-Bundesligist drei oder mehr Tore. "Mit der Quote hast du keine Chance in der Bundesliga, so viele Heimspiele kannst du gar nicht gewinnen, dass du das ausgleichst", sagte der Torjäger Nils Petersen, der gegen seinen Ex-Club Werder per Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:2-Anschluss (28. Minute) getroffen hatte.

Petersen fragte sich deshalb, ob sein Team auswärts anders anfangen sollte. "Vielleicht müssen wir da wie zu Hause vorne draufgehen nach dem Motto: Schlechter kann es nicht werden." Streich sieht für die vielen und oft frühen Gegentore allerdings keine taktischen Gründe, sondern zu viele "einfache, individuelle Fehler".

Verstärkung gesucht

In Bremen machte sich bemerkbar, dass eine wichtige Säule im Mittelfeld fehlte. Der von Rückenschmerzen geplagte Nicolas Höfler ist auf der Position vor der Abwehr nicht zu ersetzen. Außerdem zeigte sich, dass einige Profis des im Abstiegskampf der Bundesliga steckenden Tabellen-13. noch nicht imstande sind, auf Erstliga-Niveau mitzuhalten. Das galt in Bremen besonders für Vincent Sierro und Bartosz Kapustka galt, die Streich nach der ersten Hälfte auswechselte.

Würde nach Florian Niederlechner (Kniescheibenbruch) auch noch Petersen ausfallen, der mit bisher zwölf Pflichtspieltreffern Freiburgs Toptorjäger ist, wäre das nicht zu kompensieren. Die Freiburger suchen daher in der Winterpause vor allem für die Offensive nach Verstärkungen, aber auch auf anderen Positionen.

"Wir werden in der Rückrunde eine Vollgasveranstaltung brauchen." Sportvorstand Jochen Saier
Als erster wird nun Nicolas Tagliafico vom Club Independiente aus der Nähe von Buenos Aires gehandelt. Der argentinische Nationalspieler wäre eine Alternative als Linksverteidiger, auf dieser Position ist Christian Günter konkurrenzlos. Andererseits wollen die Südbadener ihren großen Kader verkleinern und suchen Abnehmer für Profis wie Aleksandar Ignjovski und Onur Bulut.

Trotz des Pokal-Aus: Das Zwischenfazit von SC-Sportvorstand Jochen Saier fällt nach dem Bundesliga-Zwischenspurt mit zuletzt elf Punkten in fünf Spielen positiv aus. "Wenn man auf die Halbserie guckt, kann man trotzdem zufrieden sein. Und dann werden wir in der Rückrunde eine Vollgasveranstaltung brauchen", erklärte er.