Über den Rhein

Die Seilbahn des Europa-Parks ins Elsass würde durch zwei Naturschutzgebiete führen

Jannik Jürgens

Von Jannik Jürgens

Di, 06. November 2018 um 20:24 Uhr

Südwest

Bei einer ersten Prüfung eines Korridors durch das Taubergießen auf deutscher und die Rhinau-Insel auf französischer Seite sind laut Landratsamt aber keine unüberwindbaren Hindernisse aufgetaucht. Wird sie genehmigt, könnte die Seilbahn in zwei bis fünf Jahren gebaut werden.

Die Familie Mack hat am Dienstagabend ihre Vision einer Seilbahn vom Europa-Park ins Elsass vorgestellt. Die Bahn sei ein Symbol der deutsch-französischen Freundschaft und könne die angespannte Verkehrssituation rund um den Park entschärfen. Parkgründer Roland Mack sagte, dass auf der französischen Seite Übernachtungsmöglichkeiten entstehen könnten. Achterbahnen im Elsass schloss er aus.

Das Projekt befinde sich allerdings noch ganz am Anfang. Nach einem Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron am Sonntag, der die Macks bestärkte, sei "ordentlich Dampf in den Kessel gekommen", sagte Roland Mack. Deswegen habe sich die Familie entschieden, an die Öffentlichkeit zu gehen. Auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann war bei dem Treffen zwischen Macron und den Macks anwesend.

Route würde durch Taubergießen und die Rhinau-Insel führen

Auch wenn vieles noch unklar ist. Die genaue Route der Bahn zum Beispiel. Klar ist, dass die Bahn durch zwei Naturschutzgebiete führen würde, das Taubergießen auf der deutschen Seite und die Rhinau-Insel auf der französischen Seite.



Der Landrat des Ortenaukreises, Frank Scherer, machte deutlich, dass bei einer ersten Prüfung eines Korridors keine unüberwindbaren Hindernisse aufgetaucht seien. Das Projekt müsse allerdings noch intensiver geprüft und auch die Naturschutzverbände und die Bevölkerung beteiligt werden. Um das Projekt zu realisieren, müsste das Regierungspräsidium ein Planfeststellungsverfahren in Gang setzen.

Europäische Kommission muss wohl einbezogen werden

Wahrscheinlich muss auch die Europäische Kommission einbezogen werden, da es sich bei der betroffenen Fläche um FFH-Gebiete und Natura-2000-Gebiete handelt. Geschäftsführer Michael Mack sagte: "Die Seilbahn ist ein großer Traum. Jetzt wollen wir mit den Verbänden reden, ob wir ihn verwirklichen dürfen."
"Das ist eine mutige Vision, die den Ort und die Straßen entlasten könnte." Kai-Achim Klare
Die Macks wollen die Bahn auch bauen, um die französischen Besucher des Parks besser zum Park und auch wieder weg bringen zu können. Laut Landrat Scherer besuchen pro Jahr 1,3 Millionen Franzosen den Park. Hinzukommen 1100 französische Mitarbeiter, die täglich mit der Fähre oder über die Autobahn zum Park fahren. Scherer sieht die Seilbahn als Ausbau des öffentlichen Personennahverkehr. Ähnlich äußerte sich Kai-Achim Klare, Bürgermeister von Rust: "Das ist eine mutige Vision, die den Ort und die Straßen entlasten könnte." Die Gemeinde Rust könnte damit lebenswert gehalten werden.

"Es wäre meines Wissens die erste Seilbahn zwischen zwei Ländern." Michael Mack
Klare machte aber auch deutlich, dass es sich beim Taubergießen um einen der wertvollsten Naturräume im Südwesten handele. "Wenn das Projekt gelingen soll, dann braucht es die Akzeptanz von allen Seiten", sagte Klare. Falls die Bahn so schnell genehmigt wird, wie die Macks es sich wünschen, könnte sie in zwei bis fünf Jahren gebaut werden.

Französische Politiker sichern Unterstützung zu

Die anwesenden französischen Politiker äußerten sich positiv über das Projekt. Die Verwaltungsregion Grand-Est, vertreten durch Lilla Merabet lobte das Engagement und sicherten den Macks ihre Unterstützung zu. Die Bürgermeister von Rhinau und Diebolsheim saßen bei der Pressekonferenz in der ersten Reihe, stellvertretend betonte Rémi Bertrand, dass sie als Partner bereitständen. Michael Mack machte zum Schluss auf die symbolische Bedeutung des Projekts aufmerksam: "Es wäre meines Wissens die erste Seilbahn zwischen zwei Ländern."

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