Die Sonne als Begleiter

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Sa, 18. August 2018

Emmendingen

Die frisch gekrönte Weinprinzessin eröffnet das 47. Weinfest.

EMMENDINGEN. Das Krönchen wollte fast nicht von ihrem Haupt, doch es musste sein: Miriam Kaltenbach musste das Prinzessinnen-Diadem abgeben und als amtierende Badische Weinkönigin wenig später an ihre Nachfolgerin weiterreichen. Die heißt Claudia Vetter und kommt aus Bleichheim. "Du wirst eine tolle Botschafterin für unsere ausdrucksstarken Weine sein", gab sich Kaltenbach von den Qualitäten der neuen Bereichshoheit überzeugt, die als erste Amtshandlung das 47. Breisgauer Weinfest für eröffnet erklärte.

Jubel und Beifall brandeten auf, als der Name der neuen Prinzessin auf dem mit Zuschauern dicht besetzten Marktplatz bekannt gegeben wurde. Die Winzertochter und Schwester der ehemaligen Badischen Weinkönigin Isabella Vetter (siehe untenstehenden Beitrag) zapfte im Anschluss an die Zeremonie das erste Weinfass an und schenkte kräftig aus.

Miriam Kaltenbach hatte zuvor in ihrer Abschiedsrede ein Jahr Revue passieren lassen, das sie "unglaublich persönlich bereichert" habe. Die Sonne, die nach dem regnerischen Weinfestauftakt 2017 plötzlich geschienen habe, sei ihr ständiger Begleiter gewesen. Das "störrische Buuremaidli aus dem Wildtal" sei in diesem Jahr zur Weinkönigin gereift. Dankbar sei sie für so vieles, vor allem aber für die vielen Begegnungen mit weinbegeisterten Menschen. Sie habe gelernt, dass Wein verbindet und die Leidenschaft für ihn ansteckend ist. "Der Breisgau hat stets einen extragroßen Platz in meinem Herzen", sagte sie unter dem Beifall der Anwesenden, bevor sie von ihren beiden Prinzessinnen Hannah Herrmann aus Müllheim und Stephanie Megerle aus Hagnau entkrönt wurde.

Oberbürgermeister Stefan Schlatterer hatte die vielen Gäste aus Politik und Wirtschaft zu Beginn der Feier unter den Klängen der Stadtmusik auf der Marktplatz-Bühne willkommen geheißen. Besonders begrüßte er seinen Amtskollegen Tony Roberts aus der britischen Partnerstadt Newark, der die weiteste Anreise hatte. Schlatterer dankte den Winzern für ihre oft harte Arbeit und die Kunst, aus den Trauben gute Weine zu keltern. Der Wein sei ein "besonderes Produkt, das hervorragend in die Erlebniswelt des Genusses passt".

Der Bereichsvorsitzende des Weinbauverbandes Georg Moosmann wagte die Prognose, dass dem Rekordsommer auch ein Rekordherbst folgen könnte. "Noch nie hat es einen Lesebeginn vor dem Weinfest gegeben". Nun bräuchte es nach drei Monaten Trockenheit noch ein paar Tage Regen, "doch bitte nicht über das Weinfest".

Auch Franz Benz, stellvertretender Präsident des Badischen Weinbauverbandes, registrierte ein denkwürdiges "richtiges badisches Sonnenjahr" und lobte die Schaffenskraft der Winzer. Es sei eine Freude zu sehen, wie man im Breisgau nach vielen Diskussionen inzwischen zusammenstehe. Die Weinfest-Besucher rief Benz dazu auf, die vier Emmendinger Festtage zu genießen. Der Wein sei "Landschaft, abgefüllt in Flaschen", die man erleben könne.

Ein Fotoalbum gibt’s im Internet: http://mehr.bz/fotosweinfest2018 Weitere Infos zum Festprogramm: http://www.weinlandbreisgau.de