Die Suche nach Sponsoren als Spaßfaktor sehen

Klaus Fischer

Von Klaus Fischer

Do, 10. Mai 2012

Ettenheim

LEUTE IN DER STADT: Paul Jensen führt seit März die Musikfreunde Ettenheim / Liebe zur Kammermusik in der Rohanstadt entdeckt.

ETTENHEIM (fi). Für Kammermusik habe er sich lange nicht begeistern können. "Einen Zugang über Schallplatte oder CD zu finden, fiel mir schwer", gesteht Paul Jensen, der Tuba und Euphonium beherrscht und die Instrumente Jahrzehnte in der Stadtkapelle Tiengen seiner Geburtsststadt Waldshut-Tiengen spielte. Das änderte sich schlagartig als er das erste Konzert des Ettenheimer Musiksommers erlebt hatte. Schon im Gründungsjahr 2007 wurde er Mitglied bei den Musikfreunden Ettenheim, die in diesem Jahr bereits die sechste Konzertreihe "Ettenheimer Musiksommer" organisieren. Seit März ist er jetzt Vorsitzender des Vereins, trat die Nachfolge von Gründervater Bernd-Volker Harting an.

"Vorsitzender der Musikfreunde zu sein, das gibt einen guten Halbtagsjob ab", gibt Jensen seine ersten Erfahrungen im Amt wider. Das macht dem 63-Jährigen indes keine Kümmernisse, denn der ehemalige Verwaltungschef am Ettenheimer Krankenhaus, der seit dessen Eingliederung ins Ortenau Klinikum (2004) im Bereich Öffentlichkeitsarbeit am Klinikum tätig ist, wird zur Jahresmitte in den Ruhestand verabschiedet. Diese Perspektive und der Zuspruch von Ehefrau Pia hätten es ihm leicht gemacht, bei der Anfrage von Musikfreunde-Finanzchef Eugen Weber, nach dem Wegzug von Bernd-Volker Harting doch den Vorsitz zu übernehmen, nicht gleich abzuwinken.

Die Finanzen, besser gesagt die Ansprache von Sponsoren, wird in Zukunft wohl auch sein Hauptarbeitsfeld an der Vereinsspitze ausmachen. "Dass wir eine Konzertreihe von der Qualität eines Musiksommers nicht aus den Beiträgen der rund 70 Mitglieder stemmen können, ist wohl klar. Deshalb wird die Suche und die Pflege von Sponsoren wie bei meinem Vorgänger viel Zeit und Einsatz fordern," weiß Jensen.

Zwischen 15000 und 20000 Euro umfasse das Budget für die vier Musiksommer-Konzerte. Und Jensen hat inzwischen auch schon erfahren dürfen, dass es auch im Verein ein mühsames Geschäft sein kann, zu erklären, dass die finanziellen Mittel für den Musiksommer begrenzt bleiben. "Die Mitglieder unseres musikalischen Beirats haben aufgrund ihrer Kontakte in die Künstlerszene und des guten Rufs unserer Reihe, eine hohe Nachfrage von Künstler, die bei uns spielen wollen. Aber nicht jeder Wunsch und jede Anfrage passt in unser Budget. Da muss man auch mal bremsen können, auch wenn’s weh tut", sagt Jensen. Zugleich macht es den neuen Vorsitzenden aber auch stolz, dass der Musiksommer der Musikfreunde inzwischen eine so hohe Reputation erfährt. Jensen: "Der Spaßfaktor diesen Verein und diese Veranstaltung in Zukunft mitgestalten zu dürfen, macht den besonderen Reiz des Amtes aus".