Rust/Ringsheim

Die Umgestaltung der Autobahn-Anschlussstelle beginnt

Karl Kovacs

Von Karl Kovacs

Do, 08. November 2018 um 18:26 Uhr

Rust

Der erste Spatenstich für die Umgestaltung der Autobahn-Anschlussstelle Rust/Ringsheim ist am Donnerstag erfolgt. Das Bauvorhaben kostet 6,8 Millionen Euro.

Die Autobahn-Anschlussstelle Rust/Ringsheim wird für 6,8 Millionen Euro umgebaut, um das stetig wachsende Verkehrsaufkommen künftig besser bewältigen zu können. Am Donnerstag erfolgte der erste Spatenstich. Bis Dezember 2020 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein.

Der Europa-Park lockt jedes Jahr sechs Millionen Menschen an. Viele kommen mit dem Auto. Vor der Anschlussstelle Rust/Ringsheim bilden sich besonders auf der Südseite kilometerlange Staus. In den vergangenen fünf Jahren gab es mehr als 120 Unfälle mit vielen Leicht- und einigen Schwerverletzten. Das soll bald der Vergangenheit angehören.

Entsprechend viele Gäste kamen zum Spatenstich auf die Westseite der Ausfahrt: die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, Landrat Frank Scherer, die Bürgermeister Kai-Achim-Klare (Rust) und Pascal Weber (Ringsheim), die Familie Mack (Inhaber des Europa-Parks) sowie weitere Bürgermeister und Vertreter der Polizei. Dem Anlass entsprechend gab es Musik, Häppchen und Sekt.

Im Zuge des Umbaus werden bis Ende 2020 zwei neue, 55 Meter lange Brücken über die Autobahn gebaut. Zwischen August und Oktober 2019 wird eine Ampel den Kreisverkehr auf der Westseite ersetzen. Der östliche Kreisel bleibt. Die Baustelle wird laut Regierungspräsidium Mitte November aufgebaut. Im ersten Abschnitt werden die Pfeiler der Brücken aufgestellt. An zwei Tagen steht pro Fahrtrichtung nur jeweils ein Fahrstreifen zur Verfügung. Als Ausgleich für den Bau wurde eine neue Heimat für Eidechsen geschaffen. Die Dämme für die Brücken wurden im Winter aufgeschüttet.

Der Bund trägt 5,4 Millionen Euro der Baukosten

Von den Baukosten (6,8 Millionen Euro) trägt der Bund 5,4 Millionen, der Ortenaukreis 700 000 Euro. Weitere 700 000 Euro erhält der Kreis als Landesförderung.

Die Einschränkungen während der Bauphase werden sich laut Bärbel Schäfer lohnen: "Am Ende haben wir ein gutes Ergebnis für die Region." Der Umbau, so die Regierungspräsidentin, sei "eine wichtige Maßnahme für die Anbindung des Standorts Rust und zur Verbesserung der Verkehrssicherheit".

Landrat Frank Scherer freute sich besonders, dass es künftig eine Ampel statt des Kreisverkehrs auf der Westseite geben wird. "Ampeln haben sich weiterentwickelt und können sich nach Verkehrsflüsse ausrichten. Dadurch wird auch der Wechselseitenbetrieb auf der Kreisstraße zum Europa-Park komplettiert."

Und der Europa-Park, der maßgeblich für den Verkehr verantwortlich ist? Die Verantwortlichen wollen laut Schäfer bis zum Ende des Ausbaus ein neues Parkraumkonzept umsetzen. Zur Entwicklung des Parks lieferte Inhaber Roland Mack Zahlen: 2001, als die Anschlussstelle in Betrieb ging, kamen 2,9 Millionen Menschen in den Park. 2017 waren es fast doppelt so viele. "Diese Entwicklung wäre ohne die Ausfahrt nicht möglich gewesen." Dem Park, versicherte Mack, gehe es nicht in erster Linie um Wachstum. "Wir wollen den Menschen einen erlebnisreichen und schönen Tag bieten. Und das zieht Verkehrsströme nach sich."

Bärbel Schäfer: i-Tüpfelchen wäre ein ICE-Halt in Ringsheim

Neben der Anschlussstelle wäre laut Schäfer ein ICE-Halt in Ringsheim das i-Tüpfelchen, um den Verkehr weiter zu entlasten. Dagegen verschließt sich noch die Bahn. Für Mack unverständlich: "Die Hälfte unserer Gäste würde auf die Bahn umsteigen. Ich kann nicht nachvollziehen, warum die Bahn da nicht zugreift. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt."