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27. September 2011 20:15 Uhr

Masterplan

Die Uniklinik verändert ihr Gesicht – für 400 Millionen Euro

Neues Krebszentrum, neues Zellforschungsinstitut, neues Operationszentrum, neue Kinderklinik – das sind vier Großprojekte, die die Freiburger Universitätsklinik angehen will. Der Masterplan für die nächsten 25 Jahre hat ein Volumen von 400 Millionen Euro.

  1. Bauprojekte gleich in Serie plant das Land für die Universitätsklinik Freiburg: Ein neues Krebszentrum steht ganz oben auf der Liste. Foto: rita eggstein

Die Freiburg Universitätsklinikum wird modernisiert und neu strukturiert. Das Land will einen Masterplan umsetzen und dafür bis zu 400 Millionen Euro in die Hand nehmen, kündigte Ministerialdirigent Thomas Knödler am Dienstag im Freiburger Gemeinderat an: "Wir brauchen den konzeptionellen Wurf, der für die nächsten 25 Jahre hält." Ganz oben auf dem Masterplan stehen der Neubau eines Krebszentrums und eines Zellforschungsinstitutes, eines Operationszentrums und einer neuen Kinderklinik.

"Wir brauchen den konzeptionellen Wurf, der für die nächsten 25 Jahre hält." Thomas Knödler
Die Operation Zukunft läuft bereits: Aktuell sind Bau- und Sanierungsprojekte für 80 Millionen Euro im Gang. Der Anbau-Nord mit der zentralen Notaufnahme geht seiner Fertigstellung entgegen, die Frauenklinik wird saniert, ebenso der sogenannte Breitfuß. So heißt der Unterbau des Hals-Nasen-Ohren-Hochhauses.

Das Klinikum wird sein Gesicht verändern

Doch das ist nur die Ouvertüre. Das Klinikum rund um den Ur-Grundriss des Lorenzrings – so heißen die ringförmig angeordneten Klinik-Altbauten nach ihrem Erbauer – wird sein Gesicht verändern. Dafür wird auf dem weitläufigen Klinikgelände nachverdichtet, dafür werden verschiedene alte Gebäude abgerissen und durch neue ersetzt. So soll vor dem Haupteingang entlang der Hugstetter Straße ein Krebszentrum entstehen. Die Kioskzeile muss ebenso weichen wie Verwaltungsbauten daneben. Schon im nächsten Landeshaushalt soll für die Krebsklinik Geld bereit gestellt werden. Die Kosten schätzt Ministerialdirigent Knödler auf 40 Millionen Euro. Mittelfristig für den Abriss vorgesehen sind im Bereich Hugstetter Straße auch die Robert-Koch-Klinik und das Gebäude der Zahnklinik.

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So schnell als möglich gebaut werden soll ein 25 Millionen Euro teures translationales Zellforschungszentrum, das an der Institutsspange an der Breisacher Straße angesiedelt werden soll – vor den Pathologie und der Umweltmedizin, wo jetzt der Parkplatz liegt. Hier sind später noch vier weitere Forschungsinstitute vorgesehen. Auf der Liste der dringenden Vorhaben steht auch der zentrale Operationsbereich, der Mitte der 80er-Jahre eingerichtet wurde. Totalentkernung oder Abriss und Neubau lauten die Alternativen.

Dringender Handlungsbedarf bei der Kinderklinik

Dringenden Handlungsbedarf sehen Land und Klinikleitung auch bei der Kinderklinik. Sie soll vom Standort Heiliggeist-/Mathildenstraße aufs Klinikgelände an der Breisacher Straße verlegt werden und somit nahe an die Frauenklinik und die Geburtshilfe. So könne ein Mutter-Kind-Zentrum entstehen, so Jörg Rüdiger Siewert, der Ärztliche Direktor des Klinikums. Er hofft, dass spätestens 2015/16 Geld im Haushalt bereit steht.

Siewert unterstrich noch einmal die Bedeutung des Masterplans für die Uniklinik mit ihren rund 8000 Mitarbeiterin. Durch die Struktur der Altbauten gebe es lange Wege und umständliche Betriebsabläufe, die extrem teuer seien. "Deswegen tut sich die Klinik schwer, im Kerngeschäft Krankenversorgung schwarze Zahlen zu schreiben." Und der Klinikchef verwies darauf, dass wichtige Lehrstühle neu besetzt werden müssen: "Wir wollen die besten Köpfe, deswegen müssen wir auch beste Arbeits- und Forschungsbedingungen bieten".

Die Gemeinderat zollten der Präsentation Beifall. OB Dieter Salomon bezeichnete die Gesamtkonzeption "mehr als atemberaubend".

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Autor: Joachim Röderer