Ausstellung

Offenburg erinnert sich an seine vernichtete jüdische Gemeinde

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 12. Oktober 2018 um 10:47 Uhr

Offenburg

Mit einer Sonderausstellung im Salmen, der ehemaligen Synagoge, wird an das ausgelöschte jüdische Leben der Stadt Offenburg erinnert.

"Ausgegrenzt, Geflohen, Vernichtet – Das Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde" ist Thema einer Sonderausstellung im gläsernen Treppenaufgangs des Offenburger Salmens (Lange Straße 52). Die Eröffnung ist am Montag, 22. Oktober, um 17 Uhr im Foyer des Salmen durch Offenburgs Kulturfachbereichsleiterin Carmen Lötsch und Ausstellungskurator Volker Ilgen.

Vor 80 Jahren begann mit der Reichspogromnacht 1938 die Zeit der systematischen staatlichen Verfolgung, Vertreibung und Ermordung der Juden im Nationalsozialismus. Viele Offenburger Mitbürgerinnen und –bürger flohen aus Deutschland. Zurück blieben ältere Menschen, Frauen und Kinder.

Am 22. Oktober 1940 besiegelte die Deportation nach Gurs das Ende der jüdischen Gemeinde Offenburg. An diesem Tag wurden rund 100 Menschen in der Turnhalle der Oberrealschule, dem heutigen Schiller-Gymnasium, zusammengetrieben. Von dort mussten sie den Weg zum Bahnhof für die Zugfahrt nach Südfrankreich antreten.

Was in dieser Zeit an unschuldigen Menschen getan wurde ist unfassbar. Auch heute noch heißt es in der städtischen Ankündigung der Ausstellung. Und weiter: "Wir wollen diese jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und das Unrecht, das ihnen geschehen ist nicht vergessen. Wir wollen auch an das Unrecht erinnern, das begangen wurde. Von Mitmenschen. Nichts davon können wir ungeschehen machen. Aber wir wollen dafür sorgen, dass nicht erneut Unrecht geschieht."

Deshalb zeigt der Fachbereich Kultur im Glasaufgang des Salmen, der bis zur Schändung durch die Nazis vom 9. auf den 10. November 1938 Synagoge war, die Sonderausstellung "Ausgegrenzt. Geflohen. Vernichtet – Das Schicksal der Offenburger jüdischen Gemeinde." Der Fokus der Ausstellung liegt auf der Darstellung der Verfolgung und Auslöschung der jüdischen Gemeinde während der Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft. In bildlichen und textlichen Zeugnissen wird eine vernichtete Lebenswelt aus der geschichtlichen Dunkelheit gerissen. Über diese rekonstruierten Biografien sollen die jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger und das Unrecht, das ihnen geschehen ist, in Erinnerung bleiben.

Öffnungszeiten: Dienstag und Donnerstag, 17 bis 19 Uhr und Sonntag 14 bis 17 Uhr.