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18. August 2012
Die Vision vom Bürgerwindpark
Infoveranstaltung der Ettenheimer Bürgerenergie in Dörlinbach.
ETTENHEIM/SCHUTTERTAL. Über den Ausbau der Windenergie in der Region wird derzeit viel diskutiert, es geht vornehmlich um Standorte und um die Höhe der Windrotoren. Jetzt hat Jörg Bold frischen Wind in die Diskussion gebracht. Nach Recherchen der Badischen Zeitung will der Geschäftsführer der Ettenheimer Bürgerenergie die Genossenschaft in eine Betreibergesellschaft mit drei Kommunen zusammenführen, um in einen Windpark auf der Kammlage zwischen Schuttertal und Ettenheim zu investieren. Partner soll ein privater Investor als Minderheitsgesellschafter sein.
In der Diskussion um den Ausbau der Windkraft in der südlichen Ortenau ist man auf kommunaler Ebene schon ein gutes Stück vorangekommen. In der Verwaltungsgemeinschaft Ettenheim mit Kappel-Grafenhausen, Mahlberg, Ringsheim und Rust scheint Einigung darüber zu bestehen, dass nicht an allen wirtschaftlich rentablen Standorten Windräder stehen sollen, sondern konzentriert auf einige – womöglich nur auf einen oder zwei – Standorte. Man will Windparks statt Verspargelung der Landschaft.Werbung
das Mitsprache
und Kapitalanlage trennt."
Das Konzept der Bürgerenergie
In seinem Konzept, das der Redaktion in Auszügen vorliegt, rechnet Bold vor, dass Bürger und Gewerbe in Ettenheim, Schuttertal und Seelbach jährlich rund 150 Millionen Kilowattstunden Strom verbrauchen. Ein interkommunaler Windpark auf dem Großen Grassert könne mit sechs, maximal acht Windmühlen bis zu 30 Prozent dieses Strombedarfs decken. Rechne man die Stromerzeugung aller bereits bestehenden und geplanten Solaranlagen auf kommunalen Flächen hinzu, würde sogar die Hälfte des Strombedarfs durch Wind- und Sonnenenergie gedeckt.
Jörg Bolds Vision ist: Der Strom wird direkt an die Bürger in der Nähe des Windparks geliefert. Bold: "Das schafft Preisstabilität für den Kunden der Betreibergesellschaft. Die andere Komponente des Konzepts ist: Der Windpark werde, so Bold, als "echter Bürgerwindpark" konzipiert. Mit anderen Worten: Im Beteiligungsmodell der Betreibergesellschaft werden die Gemeinden und die Bürgerenergie gemeinsam die Mehrheit halten und damit auch bestimmen, an wen der Strom verkauft wird. "Wir haben ein Konzept, das Mitsprache und Kapitalanlage trennt." Dadurch sei eine hohe Mitbestimmung sichergestellt, unabhängig, wie viel Kapital durch die Bürger der Standortgemeinden in die Betreibergesellschaft eingebracht werde, heißt es.
Wie dieses Betreibermodell genau aussieht und wie neben den drei Kommunen sich auch die Bürger aus Seelbach und Schuttertal über die Bürgerenergie beteiligen werden können, will Jörg Bold am kommenden Mittwoch, 22. August um 19.30 Uhr, in einer Informationsveranstaltung in der Dorfmühle (Im Mühlenweg 5) in Schuttertal-Dörlinbach vorstellen.
Autor: Klaus Fischer



