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08. Dezember 2008 17:28 Uhr
Plünderungen und Brandstiftungen
Griechische Polizei hält sich zurück
Nach dem Tod eines 15-Jährigen durch einen griechischen Polizisten hat Athen eine dritte Nacht mit Ausschreitungen und Plünderungen erlebt. Bis in die frühen Morgenstunden lieferten sich Hunderte Randalierer Auseinandersetzungen mit der Polizei.
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Auch in Thessaloniki liefern sich Polizisten und Demonstranten Gefechte. Foto: afp
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Brennende Autos in Piräus. Foto: dpa
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Jugendliche demonstrieren vor dem Polizeihauptquartier in Athen Foto: dpa
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Ausnahmezustand in Athen Foto: afp
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Ein Demonstrant hat einen Feuerlöscher erbeutet und setzt ihn gegen die Polizei ein. Foto: dpa
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Straßenschlachten in Athen Foto: afp
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Ein Autohaus in Athen steht in Flammen Foto: afp
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Steine fliegen in Athen Foto: dpa
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Die Polizei wird mit Molotow-Cocktails angegriffen. Foto: dpa
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Alexandros Grigoropoulos wurde durch eine Kugel aus einer Polizeiwaffe getötet Foto: dpa
In Athen zogen erneut Hunderte junge Randalierer durch die Innenstadt und demolierten Geschäfte. Die Ausschreitungen entwickelten sich im Anschluss an eine Demonstration, zu der linksgerichtete Parteien und Gewerkschaften aufgerufen hatten. In dem vornehmen Viertel Kolonaki wurden Medienberichten zufolge mehrere Geschäfte geplündert. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Randalierer vor. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums mussten zehn Menschen mit Atembeschwerden im Krankenhaus behandelt werden.
In weiten Teilen des Stadtzentrums herrschte ab 2.30 Uhr Ortszeit relative Ruhe. An der Politechnischen Schule im Stadtteil Exarchia attackierte eine Gruppe von hundert Jugendlichen die Sicherheitskräfte jedoch auch noch in den Morgenstunden.
Innenminister Prokopis Pavlopoulos reagierte nach einer zweistündigen Krisensitzung des Kabinetts am späten Abend auf Kritik in den Medien, dass die Polizei der Zerstörung und den Plünderungen tatenlos zusehe. "Die Polizei ist anwesend und tut das Notwendige, um Menschenleben und Eigentum zu schützen", sagte der Innenminister. Der Generalsekretär der konservativen Regierungspartei ND, Lefteris Zagoritis, hatte zuvor erklärt, die Sicherheitskräfte zögen sich zeitweise zurück, um heftige Zusammenstöße zu vemeiden. "Glasscheiben sind wichtig, aber Menschenleben sind noch wichtiger", sagte er dem Fernsehsender NET.
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Auch im Zentrum der nordgriechischen Metropole Thessaloniki wurden am Montagabend rund hundert Geschäfte geplündert. Die Randalierer zerschlugen Schaufenster und stahlen Uhren, Schmuck und Kleidung. Bei einem Brandanschlag auf eine Polizeiwache wurde ein Beamter verletzt. Der Polizist sei mit einer Handverletzung ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die örtliche Polizei mit. An dem Angriff mit Molotow-Cocktails beteiligten sich 20 Jugendliche. Dutzende Jugendliche plünderten Geschäfte. Unterdessen nahmen an zwei Protestzügen in Thessaloniki nach Polizeiangaben insgesamt etwa 5000 Menschen teil.
In fast allen Landesteilen Griechenlands blieben am Montag die Schulen geschlossen. Das Kultusministerium erklärte den Dienstag zum Tag der Trauer. Für die kommenden Tage wurden neue Demonstrationen autonomer Gruppen und linker Parteien angekündigt. Bei den Straßenkämpfen waren seit Samstagabend rund 40 Menschen verletzt worden. Der Sachschaden wurde noch vor den Unruhen am Montagabend auf 100 Millionen Euro geschätzt.
Der 37 Jahre alte Polizist, der am Samstagabend den tödlichen Schuss auf den Schüler abgegeben haben soll, sagte aus, er habe lediglich drei Warnschüsse abgefeuert. Der Jugendliche sei von einem Querschläger getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten Totschlag vor. Einer der Anwälte des Beamten trat am Montag zurück. Er lies verlauten, dass er einen "solchen Mandanten" aus Gewissensgründen nicht verteidigen könne. Über den mutmaßlichen Schützen wurde bekannt, dass er wegen seines harten Durchgreifens unter dem Spitznamen "Rambo" bekanntgewesen sei, berichtete der griechische Rundfunk.
Autor: AFP/dpa


