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09. Oktober 2008

Die Zeichen stehen auf Rot

Nach einer Art Kulturrevolution am Tuniberg regieren die Burgunder, die nun gelesen werden

  1. Eine tolle Qualität verspricht das Weinjahr 2008. Foto: Thomas KUnz

  2. Eine tolle Qualität verspricht das Weinjahr 2008. Foto: Thomas Kunz

TUNIBERG. Am Tuniberg hat in den vergangenen zehn Jahren so etwas wie eine Kulturrevolution stattgefunden. 75 Prozent der 1065 Hektar Reben zwischen Gottenheim und den Breisacher Ortschaften Nieder- und Oberrimsingen sind heute mit Burgundersorten bestockt. Und weil die Burgunder spät reifen, steuert die Lese jetzt erst auf ihren Höhepunkt zu.

 Die Winzer sind jedoch weit davon entfernt, in Hektik auszubrechen. Weil die Trauben nahezu frei von Fäulnis sind, können sie noch zuwarten. Zwar nimmt der Badische Winzerkeller, dem die Tuniberger Genossenschaften angehören, schon seit dem 1. Oktober Burgundertrauben an und es lassen sich bereits Öchslewerte von über 90 Grad messen, jeder Tag aber, den die Trauben noch am Stock hängen, verbessert die Qualität.

Bei einer Pressefahrt zur Ernte erklärt Karl-Heinrich Maier, Vorstand des Winzervereins Munzingen und Vertreter der Tunibergwinzer im Badischen Weinbauverband, warum. Weil die Blätter noch weitgehend grün sind, können sie bei den jetzt wärmeren Temperaturen und der anhaltend guten Wasserversorgung noch assimilieren, das heißt, sie können mit Hilfe der Sonnenenergie aus den Nährstoffen im Boden Zucker, Aromen und auch Mineralstoffe produzieren. Was die Intensität dieses letzten Schubs angeht, haben die Burgunder im Vergleich zu anderen Sorten, beispielsweise zum Müller-Thurgau, quasi die Nase vorn. Der Wandel in der Anbaustruktur hat denn auch wesentlich dazu beigetragen, dass der Bereich Tuniberg als Qualitätsgebiet wahrgenommen wird und die Winzer wieder einträgliche Erlöse erzielen. Der Badische Winzerkeller ist jedoch bestrebt, dass der Müller-Thurgau-Anteil von derzeit knapp 20 Prozent nicht noch weiter sinkt.

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Ein Zurück auf dem Weg hin zu mehr Qualität gibt es allerdings nicht. Karl-Heinrich Maier zeigt in einem Rebstück im Munzinger Gewann "Lindenberg" an der Südkante des Tunibergs, was das in der Praxis bedeutet: Knapper Anschnitt am Rebstock und Wegschneiden von Trauben um eine höhe Qualität zu erzielen. Eine ausreichende Düngung, vorsichtiger Pflanzenschutz und sorgfältige Pflege bis hin zum Entblättern vor der Lese, damit die Trauben nach einem Regen rasch abtrocknen.  

Autor: Silvia Faller