Dieser Soul strotzt vor Kraft und Feierlaune

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Fr, 03. August 2018

Rock & Pop

San2 & his Soul Patrol bei "Stimmen" im Burghof-Foyer.

Mit knackigem, mitreißendem Soul made in Germany, genauer gesagt in Bayern, wartete das Stimmenfestival am Mittwochabend auf. San2 & his Soul Patrol spielten eine Musik, die vom Soul das Gefühlvolle nahm, vom Funk die Schärfe und vom Blues die prägnanten Gitarrenläufe und den Sound der Mundharmonika. Eine partytaugliche Musik, die Freude machte, die auch Elemente der Popmusik vereinnahmte und trotzdem nicht in erster Linie nach den Charts schielt. Und das obwohl Daniel Gall alias San2 durchaus ein Show-Man ist.

Das Festival war mit diesem Konzert an seinem kleinsten Spielort angekommen, dem Burghof-Foyer. Festivalleiter Markus Muffler betonte im Hinblick auf die finanzielle Unterstützung der Stadt Lörrach und der Sponsoren, auch außerhalb des Mainstreams Musik anbieten zu können, die es Wert ist, gehört zu werden. Es zeichne das Stimmenfestival aus, dass nicht nur Allerweltsmusik gespielt wird wie bei manch anderen Festivals, sondern auch weniger bekannte Acts eine Bühne bekommen, aber durchweg Musik von hohem Niveau präsentiert wird. Das gilt auch für San2 & his Soul Patrol.

Auch wenn es keine Entdeckung auf Weltklasse-Niveau war, spielte die fünfköpfige Band sehr überzeugend eine mitreißende Musik. Zwar kamen nur etwa 120 Besucher in den Burghof, aber diese erlebten einen tollen Abend. Mit lässigen und zugleich eindringlichen Grooves legte die Band los, zunächst noch ohne den Sänger, der dann bei der zweiten Nummer den "Solid Man" gab, mit seiner kräftigen und farbigen Stimme, die sich in den tieferen Lagen genauso sicher zurechtfand wie in höheren.

Schnell war zu spüren: Da stand eine reife Band auf der Bühne, Musiker, die ihr Fach verstehen und eine anspruchsvolle Partymusik spielen, die Laune macht. Schon bei der ersten Gesangsnummer brachte San2 die Zuhörer zum Mitklatschen, bei der zweiten taten sie es von ganz alleine. Mit großer Präzision spielte die Band energiegeladen und punktgenau, überraschte mit unerwarteten Breaks und agierte mit voller Kraft. Der Soul der Band hatte nichts Süßliches, er strotzte vor Kraft und Feierlaune. Und auch wenn San2 mit seinen Ansagen und seinem geschmeidigen Hüftschwung auf Showelemente setzte, kam die Musik absolut überzeugend daher.

Seine Soul-Stimme überzeugte auch dann noch, als sie ganz im Vordergrund stand, während die Band sich bei "Sweet Soul Music" erst einmal zurücknahm. Es war zu hören, dass die Band vom elektrischen Blues kommt, der rockige Gestus und die scharfe Gitarre sprachen dafür, aber auch San2s überzeugendes Spiel auf der Mundharmonika. Sebastian Schwarzenberger spielte aufregende Gitarrenläufe, Matthias Bublath begeisterte mit berauschender Virtuosität an verschiedenen Tasteninstrumenten, zu denen auch eine Hammond-Orgel gehörte. Am Schlagzeug trieb Peter Oscar Kraus die Band kraftvoll nach vorne, und Sebastian Gieck lieferte am Bass einen wunderbaren Groove und eindrucksvolle Soli. Manche Songs, wie "Burning Flame" oder "Hold on to Me" zeichneten sich durch poppige und recht eingängige Melodien aus, die das Zeug haben, im Gehör haften zu bleiben.

Der Band machte der Auftritt Spaß, dem Publikum ebenso. Gegen Ende standen ein paar Zuhörer auf und tanzten, bei den Übrigen reichte eine kurze Aufforderung, dass sie es ihnen nachtaten. Bei der Zugabe ließen sie sich sogar zum Mitsingen animieren.