Vom Lehrer zum Rathauschef

Doris Dehmel

Von Doris Dehmel

Mo, 04. Dezember 2017

Dogern

Abschied von Bürgermeister Matthias Guthknecht in Dogern / Viel Lob und Dank nach 16 Jahren Amtszeit.

DOGERN. Berufskollegen, Behördenvertreter, die beiden Abgeordneten Rita Schwarzelühr-Sutter und Felix Schreiner, Vereinsabordnungen, Gemeinderäte, Einwohner und viele Gäste auch von außerhalb und der anderen Rheinseite waren in die Dogerner Gemeindehalle zum offiziellen Abschied von Bürgermeister Matthias Guthknecht gekommen.

Bei allem Respekt für den Anlass, der musikalisch vom Musikverein Dogern mit Dirigent Olaf Sperling und dem Dogerner "Damenchörle" umrahmt wurde, geizten die Redner, unter ihnen auch Dekanin Christiane Vogel, nicht mit humorvollen Bemerkungen. Bei ihnen stand vor allem der Mensch Matthias Guthknecht im Fokus. Alle waren auf ganz unterschiedliche Weise Weggefährten von dem ab dem heutigen Montag "Altbürgermeister" von Dogern.

Bürgermeisterstellvertreter Heinz Jockers, der später zusammen mit seiner Gemeinderatskollegin Ingrid Mücke, die beide schon zur ersten Gemeinderatsfraktion von Matthias Guthknecht gehörten, die offizielle Verabschiedung vornahm, betrachtete dessen Vita. Guthknecht war zusammen mit seiner Ehefrau Sabine 1995 nach Dogern gezogen. Aus dem Lehrer an der Grundschule wurde nach der Wahl am 28. Oktober 2001 schließlich der Dogerner Bürgermeister, unter dessen Vorsitz über 230 Gemeinderatssitzungen stattfanden. Nicht immer sei man einer Meinung gewesen, habe aber immer das Wohl der Einwohner und die Entwicklung der Gemeinde im Auge gehabt. Als Mitbürger, einstiger Mitbewerber um das Amt des Bürgermeisters, Gemeinderat, Bürgermeisterstellvertreter und schließlich als Landrat mit der "milden Hand der Kommunalaufsichtsbehörde" habe Martin Kistler den scheidenden Dogerner Bürgermeister kennengelernt. Bei seinem launigen Vortrag über die "Erwartungen an einen Bürgermeister" verschwieg er auch nicht die schlechte finanzielle Lage der Gemeinde, mit der Guthknecht beim Amtsantritt konfrontiert wurde. Landrat Kistler: "Damals hatte die Gemeinde vier Millionen Schulden und heute ist sie schuldenfrei". Im Fokus von Matthias Guthknecht habe immer die Familienfreundlichkeit gestanden.

Albbrucks Bürgermeister Stefan Kaiser verabschiedete den Kollegen aus der Runde der Bürgermeister. Dieser habe in seiner Amtszeit auch erfahren müssen, dass "Nackenschläge" nicht ausbleiben. Doch er habe nie böse, verletzende oder nachtragende Reaktionen bei seinem Nachbarkollegen festgestellt.

Mathias Guthknecht, der an diesem Abend letztmals als Dogerner Bürgermeister am Mikrofon stand, freute sich, dass auch eine große Anzahl von Kollegen der umliegenden Rathäuser gekommen waren. "Mir als dem ersten Lehrer, der in Südbaden zum Bürgermeister gewählt wurde", sei man anfänglich im Kollegenkreis skeptisch begegnet, das habe sich jedoch schon bald spürbar geändert.