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12. April 2011 23:00 Uhr

Alkohol am Steuer

Dompfarrer Stoffel denkt an Rücktritt

Welche Konsequenzen zieht der der Freiburger Dompfarrer Claudius Stoffel aus seiner Alkoholfahrt? Ein Rücktritt scheint nicht ausgeschlossen – zumal die Fahrt mit 1,4 Promille nicht sein erster Fehltritt im Straßenverkehr war.

  1. Claudius Stoffel Foto: Bamberger

Dompfarrer Claudius Stoffel denkt darüber nach, sich von Erzbischof Robert Zollitsch von seinem Amt entbinden zu lassen. Das sagte er am Dienstagabend gegenüber der Badischen Zeitung. In der Nacht zum vergangenen Donnerstag hatte er unter Alkoholeinfluss einen Autounfall zwischen Bötzingen und Gottenheim gehabt.

Am Dienstag nun bestätigte die Staatsanwaltschaft Freiburg auf Anfrage eine Meldung des Schwarzwälder Boten, Stoffel habe bereits im Februar 2007 in Freiburg einen Unfall gehabt – er beschädigte mit seinem Wagen drei parkende Autos, Schaden: 14.000 Euro – und sich danach unerlaubt vom Unfallort entfernt. Vier Tage danach hatte sich Stoffel allerdings von sich aus bei der Polizei gemeldet; diese stellte das Verfahren gegen eine Geldstrafe ein. Stoffel sagte am Dienstag, die Sache sei für ihn abgehakt gewesen. Er habe einen Zettel am Unfallort hinterlassen und bei seiner Versicherung angerufen; diese habe ihn beruhigt, dieses Vorgehen würde genügen.

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Stoffel: Kein Alkoholproblem

Auf Anfrage teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag weiter mit, Stoffel sei 2009 von der Schweizer Polizei bei einer Trunkenheitsfahrt in Basel-Stadt registriert worden. Das habe eine Geldstrafe von 2600 Franken nach sich gezogen. "Es stimmt, ich bin nach einer Konferenz zurückgefahren und hatte zuviel getrunken", so Stoffel. Das Fahrverbot in der Schweiz habe er eingehalten, die Strafe gezahlt.

Mutmaßungen, er habe ein Alkoholproblem, wies Claudius Stoffel mit Nachdruck zurück: "Man kann aus der Aneinanderreihung solcher Ereignisse eine Schlussfolgerung ziehen, die einem Menschen nicht gerecht wird. In diesem Fall sage ich ganz klar: Mir wird sie nicht gerecht." Aber: "Ich warte nicht ab, wie die Öffentlichkeit reagiert und strecke meinen Daumen in den Wind."

Er könne seinem Bischof bei aller kritischen Loyalität nicht zumuten, sich vor einen Pfarrer zu stellen, den Menschen als allgemeingefährdend einstufen könnten. "Deshalb denke ich darüber nach, den Bischof zu bitten, mich von meinem Amt zu entbinden." Er überlege, warum diese Ereignisse in einen solchen Kontext gestellt würden: "Da geht es um den Menschen Stoffel." Er finde die Vorstellung untragbar, ein Attest vor sich herzutragen, dass er nicht alkoholkrank sei: "Das will ich auch mir nicht zumuten."

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Autor: Simone Lutz