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14. September 2011

Emissionsfrei mit dem Elektroauto durch Europa

Auf dem Weg von Paris nach Prag machen Louis Palmer und die 44 Teilnehmer der Rallye am Freitag Station in Pfohren.

  1. Louis Palmer beim Start der Rallye in Paris. Foto: AFP

  2. Am Ziel in Luzern: Das Solartaxi fuhr um die Welt Foto: AFP

PFOHREN (vo/AFP). Als moderner Jules Verne wurde Louis Palmer bezeichnet, als er im Juli 2007 in sein Solartaxi stieg und um die Welt fuhr. "Ich will die Massen von der Solarenergie begeistern", sagte der Schweizer über seine Beweggründe. Seine Bilanz: eineinhalb Jahre, fünf Kontinente, 38 Länder, 54 000 Kilometer, keinen Cent für umweltschädlichen Treibstoff. In diesem Jahr lässt der Schweizer Solarautopionier Erinnerungen an die US-Komödie "Das große Rennen um die Welt" (1965) mit Jack Lemmon und Tony Curtis wach werden, die in den Anfangsjahren des Autorennsports spielt.

Hundert Jahre nach den Gründerjahren des Automobils sieht Louis Palmer das Ende des gewöhnlichen und klimaschädlichen Verbrennungsmotors. Alternative Antriebe sind gefragt. Für diese wirbt Louis Palmer mit einer Rallye mit 20 Elektrofahrzeugen, die von Paris nach Prag unterwegs sind. Start war am 11. September in Paris, am 25. September werden die Teilnehmer in Prag erwartet.

Auf dem Zickzackkurs durch Frankreich, Belgien, Holland Deutschland, Schweiz, Liechtenstein, Österreich und Tschechien kommt die Tour auch auf die Baar. Etappenziel ist die Kirchstraße in Pfohren, wo die Fahrzeuge zwischen 18 und 20 Uhr erwartet und sich zur Parade für Zuschauer aufstellen werden.

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Zu Gast ist der Tross bei Birgit und Roland Ketterer, die sich mit ihrem Unternehmen seit Jahren für die Nutzung der Solarenergie engagieren und jüngst für ihr Brunnenprojekt in Afrika mit dem Mittelstandspreis für soziale Verantwortung des Landes und der Caritas ausgezeichnet worden sind.

Kontakte zu Louis Palmer bestehen seit 2008, als Palmer zum 25-jährigen Bestehen von Ketterer Bäder und Sanitär mit seinem Solartaxi nach Pfohren kam und einen Vortrag über seine Weltumrundung gehalten hatte. Er berichtete, dass er selbst in Ländern wie China und Saudi-Arabien, die kaum als ökologische Musterländer aufgefallen sind, begeistert empfangen wurde. Seine Energie bezog er aus sechs Quadratmetern Solarzellen, die er mit einem Anhänger hinter seinem dreirädrigen Gefährt herzog. Mit einer Ladung Strom hatte Palmers Solartaxi eine Reichweite von 400 Kilometern; die Höchstgeschwindigkeit lag bei 90 Stundenkilometern. Gebaut wurde das Fahrzeug von vier Schweizer Ingenieurschulen. Auf der gesamten Fahrt um die Welt sei es wegen einer schadhaften Lötstelle nur zwei Tage ausgefallen, sagte der Klimaschützer. Bei der Klimakonferenz in Bali chauffierte er Umweltminister, in Hollywood stiegen Regisseur James Cameron und Talkstar Jay Leno zu, in New York brachte er sogar UNO-Generalsekretär Ban Ki-Moon ins Büro.

Die 44 Tourteilnehmer der "Wave 2011" (World Advanced Vehicle Expedition) kommen aus Deutschland, Tschechien, Schweiz, Österreich, England, Indien, USA und aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Sie fahren Vans, Kompaktwagen, Dreiräder, Motorrädern, Sportwagen, Geländewagen und sogar E-Bikes. Am Freitagmittag werden die Fahrzeuge in Stuttgart präsentiert, nach der Übernachtung in Donaueschingen geht es am Samstagmorgen weiter nach Winterthur.

Mehr über die Elektroautorallye unter http://www.wave2011.net

Autor: bz,afp