Kirsner-Nachfahrin beschenkt Stadt

skk

Von skk

Mi, 05. September 2018

Donaueschingen

Elf Gemälde gehen an die Stadt Donaueschingen.

DONAUESCHINGEN (guy). Die Stadt ist um einige außerordentliche Kunstwerke reicher. Elf historische Gemälde der Ahnengalerie der Donaueschinger Hofapotheker-Familie Kirsner wurden der Gemeinde geschenkt, und zwar von Andrea Klaas aus Karlsruhe. Sie ist Nachfahrin der Familie Kirsner, die Bilder befanden sich bisher immer im Besitz der Familie.

"Es war uns eine riesige Freude, als wir die Anfrage bekamen, ob wir eine Ahnengalerie der Familie Kirsner als Schenkung erhalten wollen", sagt Kulturamtsleiterin Kerstin Rüllke. Der Name Kirsner ist in Donaueschingen kein unbekannter. Lange Jahre hatte die Familie die Hofapotheke in der Stadt inne. Ludwig Kirsner, für den es in der Stadt bis 1945 sogar ein Denkmal gab, war von 1852 bis 1854 Bürgermeister von Donaueschingen und saß von 1871 bis 1874 im Deutschen Reichstag. In der Stadt erinnert die Ludwig-Kirsner-Straße noch heute an ihn. "Er war eine herausragende Person", so Rüllke.

Julius Kirsner, der Stifter des Donaueschinger Hanselbrunnens, sei schließlich aufgrund seiner Tätigkeit im Landtag nach Karlsruhe umgezogen, mit ihm auch die Ahnengalerie. Er war der Urgroßvater von Andrea Klaas. Für sie sei die Sammlung in ihrer Lebensgeschichte immer präsent gewesen: "Im Karlsruher Haus meiner Großmutter gab es einen Salon, dort hingen die Bilder", erklärt sie. Mittlerweile lebe sie wieder in dem Haus, einen Salon benötige sie heute allerdings nicht mehr. Darin befindet sich mittlerweile eine Wohnung. Die Bilder wurden provisorisch im Gang untergebracht.

"Das war nicht so schön. Mir stellte sich dann die Frage, was ich damit machen sollte", erklärt Klaas. An ihre vier Kinder verschenken? Dann hätte sie die Sammlung aufteilen müssen. Einheitliche Rahmen sprechen jedoch dafür, dass die Gemälde eigentlich immer zusammen waren. So, dachte sich Klaas, soll es auch bleiben und sie nahm Kontakt zu befreundeten Kunsthistorikern auf, zu Archiven. "Die einzig gute Idee war es, dass die Gemälde wieder nach Donaueschingen zurückkommen. Es sind ja auch Leute darauf zu sehen, die hier gelebt haben", erklärt die Nachfahrin. Auf etlichen Bildern haben die Dargestellten eine Pillendose in der Hand. Sie wird mit Stolz gezeigt und gibt einen Hinweis auf den Beruf des Hofapothekers.

Klaas hat die Werke schätzen lassen, dabei kam der Gutachter auf eine Summe von 27 500 Euro. Die Maler stammen wohl aus dem näheren Umfeld der Familie, etwa aus Hüfingen oder vom Fürstenbergischen Hof. So gibt es mit der Künstlerfamilie Reich nicht nur freundschaftliche, sondern auch verwandtschaftliche Beziehungen. Namentlich bekannt sei lediglich der Maler von Franz Carl Kirsner und seiner Frau Katharina. Das Gemälde wurde 1782 von Franz Joseph Weis fertiggestellt, er war Fürstlich Fürstenbergischer Hofmaler.

Aus Mangel an passenden Ausstellungsräumen müssen die Gemälde, die teilweise im 18. Jahrhundert entstanden sind, erst mal entsprechend eingelagert werden. Vielleicht könne man sie auch mal in der Rathausgalerie zeigen. "Schöner wäre es allerdings, das Ganze in eine thematische Ausstellung einzubetten", so die Kulturamtschefin Kerstin Rüllke.