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29. August 2017

Leserbriefe

KOPF DES JOHANNES

Verschiedene Versionen zur Hinrichtung
Zum Artikel "Umstrittene Skulptur sicher gelandet" vom 24. und 28. August.

Über den künstlerischen Wert der Plastik - "Kopf des Johannes" - will ich mich nicht äußern, ich habe sie im Original nicht gesehen. Mich veranlasst viel mehr die unpräzise Darstellung der Hinrichtung Johannes des Täufers: "Es heißt, dass er auf Befehl des römischen Königs Herodes geköpft wurde. Der König habe sich so einen Tanz mit seiner Stieftochter erkaufen wollen."
Herodes Antipas (20. v. Chr. - 39 n. Chr.), Sohn von Herodes dem Großen (Kindermord von Bethlehem), war kein römischer König, er war Tetrach von Galiläa. Über dessen Hinrichtungsmotiv gibt es mehrere Versionen. Durchaus plausibel wäre, dass Herodes ihn im Zuge des "Verfahrens" gegen Jesus als Aufrührer hinrichten ließ. In der im Neuen Testament überlieferten Quelle - Evangelien Matthäus (14, 1-12) und Markus (6, 14-19) - wird Johannes eingekerkert, weil er Herodes vorhielt, verbotener Weise Herodias, die Frau seines Bruders Philippus geheiratet zu haben. Herodias wollte den Tod des Johannes. Auf ihre Veranlassung tanzte ihre Tochter Salome beim Geburtstag ihres Stiefvaters vor Herodes und seinen Gästen. Dabei ließ sie alle Schleier fallen (Schleiertanz der Salome). Herodes soll so entzückt gewesen sein, dass er ihr jeden Wunsch erfüllen wollte. Auf Anraten ihrer Mutter soll sie das Haupt des Täufers auf einer Schüssel gefordert und erhalten haben.

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Volker Ellwanger, Lenzkirch

Autor: Volker Ellwanger, Lenzkirch