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10. Februar 2012

Stadt baut kleine Umfahrung selbst

Die marode Bregbrücke in Wolterdingen zwingt zu einer Investition / Im kommenden Jahr soll gebaut werden.

  1. Zwischen Tennisplatz und der Dammkrone wird die Umgehungsstraße im Bereich des Wolterdinger Hochwasserrückhaltebeckens verlaufen. Im Bild oben wird sie auf die Bregtalstraße treffen und an der anderen Seite an die Längefeldstraße angeschlossen. Foto: Schötz

WOLTERDINGEN (bea). Die Stadt Donaueschingen baut in Eigenregie eine kleine Ortsumfahrung von Wolterdingen und entschärft so das Nadelöhr an der Wolterdinger Bregbrücke, die für Fahrzeuge über 15 Tonnen gesperrt wird.

Der Schwerverkehr aus dem Bregtal und aus Tannheim in Richtung Hubertshofen, Bräunlingen und B 31 wird künftig über den Staudamm geführt und durch das Wolterdinger Gewerbegebiet Längefeld. Dies kündigten Oberbürgermeister Thorsten Frei und Ortsvorsteher Reinhard Müller an.

Für viele Wolterdinger geht damit ein langgehegter Traum in Erfüllung: Der Verkehr durch Donaueschingens größten Stadtteil wird kanalisiert, die Hauptstraße zum Teil vom Schwerlastverkehr entlastet. Ortsvorsteher Reinhard Müller sieht sich zwar nicht ganz am Ende seiner Wünsche. Doch die große Umfahrung, für die Müller, seit 1999 Ortsvorsteher in Wolterdingen, kämpft, wird wohl nicht kommen.

Mit derzeit 10 000 Fahrzeugen, die täglich durch Wolterdingen fahren, dürften auf absehbare Zeit viele andere Ortsumfahrungen in der Priorität nach oben rutschen. So schätzte OB Frei die Lage ein. Die große Wolterdinger Umgehung, die auf Stelzen im Südosten Wolterdingens über die Breg geführt und an die "Steig" nach Donaueschingen angebunden werden müsste, wird, so Frei, "wohl auch in hundert Jahren noch in keinem Generalverkehrsplan auftauchen". Er zeigte sich aber überzeugt, dass Wolterdingen einen guten Schritt vorankommen werde. "Wir wollen nun die große Chance nutzen, die wir bereits 2007 eingefädelt haben", betonte er.

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Eingefädelt wurde damals der Bau einer "Berme" über den Staudammkörper. Dieser eine Million Euro teure Einschnitt auf dem Damm soll einen Radweg, vor allem aber auch eine großzügige Umfahrungsstrecke für Wolterdingen aufnehmen. Es habe erheblich Ärger gegeben über die Finanzierung des Einschnitts auf dem Damm.

Jetzt allerdings könne der Einschnitt sinnvoll genutzt werden. Schwere Fahrzeuge und Lastzüge aus dem hinteren Bregtal und aus Tannheim, so die Pläne von Frei und Müller, sollen über den Damm geführt werden und dann vorbei am Sportzentrum durch das Gewerbegebiet "Längefeld". Am früheren Tannenhof wird die neue Umfahrung an die Hubertshofener Straße angebunden. Dies sei eine kleine Lösung, für die es keinen Flächennutzungsplan brauche, erläuterte Frei das Vorgehen. Verwaltungstechnisch müsse die Stadt nun den Bebauungsplan für das hintere Längefeld bis zu den Sportanlagen erweitern und eben diese Umgehung als Gemeindestraße vorsehen. "Das heißt, wir bauen eine Ortsstraße, die über den Damm verlängert wird", sagte Frei.

Ursache für dieses rasche Handeln ist, die denkmalgeschützte Brücke von 1912, die über Breg und den Flutkanal führt. Sie erscheint dem Regierungspräsidium nicht mehr sicher zu sein. Die Verkehrsexperten aus Freiburg wollen daher die Brücke auf ein Gesamtgewicht von 15 Tonnen beschränken, "ohne uns eine andere Perspektive aufzuzeigen", zeigte Thorsten Frei sich unzufrieden.

25 Firmen in Hubertshofen und Wolterdingen seien ebenso wie die Lastwagen aus dem Bregtal und Tannheim auf eine Umfahrung angewiesen. Würde die Stadt nicht handeln, käme auf die Firmen ein Umweg von 18 Kilometern zu. "Das wäre eine Zumutung", sagten Frei und Müller empört.

Wolterdingen Umfahrung

Historie: Wolterdingen Ortsvorsteher Reinhard Müller, seit 1999 im Amt, und seine Vorgänger kämpfen schon seit Jahren für eine Umfahrung von Donaueschingens größtem Stadtteil. Mit dem Bau des Staudamms in den zurückliegenden Jahren schien spätestens 2007 die Chance für eine Lösung näher gerückt: Die Straßenplaner vom Regierungspräsidium Freiburg ermöglichten den Bau eines breiten Einschnitts auf der Dammkrone. Diese Berme hat von 23 Millionen Euro Kosten für den Staudamm allein eine Million Euro verschlungen. Doch vorerst wird nur ein Radweg über den Damm geführt.

Neue Pläne: Nun soll eine Umfahrung in Regie der Stadt gebaut werden. Diese "Gemeindestraße" kann ohne Flächennutzungsverfahren realisiert werden. Die Stadt und der Gemeinderat müssen allerdings für das gesamte Gewerbegebiet Längefeld einen Bebauungsplan aufstellen und die Straße darin vorsehen. Für den 7. März ist bereits eine vorgezogene Bürgeranhörung im Sitzungssaal des Wolterdinger Rathauses vorgesehen, bereits im April könnte der Gemeinderat entscheiden. Danach erfolgt dann die Planung und die Offenlage. Die Maßnahme wird von der Stadt finanziert und vom Land bezuschusst.  

Autor: bea

Autor: bz