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19. Mai 2017

Wolterdinger Freibad besteht 35 Jahre

1981 war das Bad ein großes Politikum / An Pfingstsonntag gibt es nun eine kleine Feier.

  1. Unermüdlich versucht die Fördervereinsspitze mit dem Vorsitzenden Werner Harder (rechts) und Vize Andreas Kromer, das Bestmögliche für das Freibad herauszuholen. Beim kleinen Jubiläumsfest wird die 1,80 Meter hohe und fünf Meter lange Wasserrutsche ihrer Bestimmung übergeben werden können. Foto: Anita Reichart

DONAUESCHINGEN (rei). "Nicht hupen, Fahrer träumt vom Wolterdinger Freibad": Aufkleber mit diesem Spruch waren vor über drei Jahrzehnten in Umlauf. Und der Traum ging in Erfüllung. Doch gäbe es nicht den Förderverein Schwimmsportfreunde, der nun in seinem elften Jahr wirkt, hieße es bestimmt schon lange: "Ach, da war doch mal..."

Klein, aber fein und vor allem familienfreundlich: Das ist das Freibad im größten Donaueschinger Stadtteil heute, das vor 35 Jahren nach langwieriger und kontroverser Diskussion samt Bürgerbefragung eröffnet wurde. Der Förderverein lädt aus diesem Anlass am Sonntag, 3. Juni, zu einer kleinen Jubiläumsfeier ein.

Das heute solarbeheizte Wolterdinger Freibad ist eine Anlage mit einer wechselvollen Geschichte und war heftig umstritten. Am 13. August 1981 fand der Spatenstich für das Schwimmbad und den Umbau des ehemaligen Farrenstalls zum Umkleide- und Technikraum statt. Bis es aber soweit war, sorgte das Bad für Furore.

Der Bau des Freibades war im Eingliederungsvertrag zwischen Donaueschingen und Wolterdingen im Jahr 1971 mit 820 000 Mark vereinbart worden. Die Stadt verpflichtete sich damals, das Vorhaben in einem Zeitraum von fünf Jahren nach Inkrafttreten der Vereinbarung in Angriff zu nehmen. Daraus wurde aber nichts, da andere dringende Maßnahmen in der Gesamtstadt nötig waren.

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Erst zehn Jahre später, im Jahre 1981, hatte der Donaueschinger Gemeinderat die Ausgaben dann bewilligt und nicht wenige Bürger waren daraufhin der Ansicht, man sollte den Bau des Bades nochmals überdenken, vor allem wegen der Folgekosten. Die Gegner des Projektes gaben auch zu bedenken, dass die tatsächliche Badezeit, ob das Freibad nun beheizt sei oder nicht, auf der Kälteinsel Baar nicht einmal drei Monate betrage.

Hochinteressant war deshalb die Meldung, dass erstmals in der Geschichte des Landes Ortschaftsräte und Mitbürger bereit zu sein schienen, auf ein vertraglich abgesichertes Versprechen zu verzichten. Man dachte damals mehr an die Folgekosten, die auf 184 000 Mark gerechnet wurden, sowie an die Kostensteigerung.

Der Gemeinderat hat dann in seiner Sitzung vom 3. Juni 1981 beschlossen, eine Bürgerbefragung in Wolterdingen zum Freibad anzugehen, die aber vom heimischen Ortschaftsrat mehrheitlich abgelehnt wurde, weil der Badbau schon bei der Eingemeindung ein ausschlaggebender Bestandteil der Abstimmung gewesen ist. Der Gemeinderat war jedoch der Ansicht, dass eine Befreiung von der Vertragspflicht nur durch die Anhörung der Bevölkerung selbst möglich sei. Am Sonntag, 14. Juni 1981, gaben dann 605 von 919 Wahlberechtigten ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 65,8 Prozent entsprach. Eine deutliche Mehrheit von 78,5 Prozent sprach sich somit für den Bau des Freibades aus.
Als denkwürdiger Tag ging dann der Pfingstsamstag 1982 in die Geschichte ein, denn mit der Eröffnung wurde sozusagen der Schlussstrich unter den Eingemeindungsakt gezogen und die Einweihung wurde zu einem kleinen Volksfest.

An Pfingstsonntag, 4. Juni, findet um 10.30 Uhr ein Gottesdienst im Schwimmbad statt, der von der heimischen Musikkapelle umrahmt wird, die auch danach noch für Unterhaltung sorgen wird. Für Bewirtung ist gesorgt.

Autor: skk