Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
19. Juni 2012
Drei unter einem Dach
Der Diakonieverein hat zwei weitere Kitagruppen an der Idinger Straße eingeweiht.
BETZENHAUSEN. Für Geschäftsführer Jochen Pfisterer sind sie ein gutes Beispiel, wie "aus einem Provisorium ein Regelangebot werden kann". Genau genommen sind es sogar drei: Neben der bestehenden Kita Sonnenschein wurden in der Idinger Straße am Freitag mit den Kitas Sonnenblume und Sonnenkäfer zwei weitere eingruppige Kinderbetreuungseinrichtungen des Diakonievereins beim Diakonischen Werk eingeweiht. Sie bieten fünfzig Kindern zwischen ein und sechs Jahren einen Betreuungsplatz.
Bis Ende 2010 dienten die Wohnblocks zwischen Idinger Straße und Berliner Allee als Übergangswohnheim für Aussiedler. Mehr als 400 Menschen waren zeitweise provisorisch dort untergebracht, oft auch über viele Jahre. Beraten und begleitet wurden sie von der Diakonie. Damit die Eltern in Sprachkurse und Jobs vermittelt werden konnten, richteten die Mitarbeiter in einem Zimmer der Beratungsstelle im Mai 1989 eine Krabbelstube ein – sie startete mit vier Kindern.1993 wurde daraus die Kita Sonnenschein, die inzwischen von allen Bevölkerungsgruppen genutzt werde. Noch immer seien viele Migranten – inzwischen aus aller Welt – darunter.
Werbung
Ende 2010 hatten die Eigentümer der fünf Wohnblocks, Gernot Klein und sein Sohn Philipp Maximilian, den Mietvertrag mit der Stadt gekündigt. Das Übergangswohnheim wurde aufgelöst, die Gebäude gründlich renoviert. Die Migrationsberatungsstelle der Diakonie zog um nach Weingarten. An der Idinger Straße ist "ein bürgerliches Wohnquartier mit einer guten Bevölkerungsmischung entstanden", sagt Gernot Klein.
In unmittelbarer Nachbarschaft wachsen die Wohnblocks der so genannten Westarkaden in den Himmel. Der zu erwartende Bevölkerungszuwachs im Freiburger Westen nimmt sichtbar Gestalt an. Ein "großer Tag" war der vergangene Freitag nach den Worten von Kinder- und Jugendamtsleiterin Marianne Haardt deshalb nicht nur für die Diakonie, sondern "auch für die Stadt Freiburg". Die nämlich habe "Großes vor": Bis 2014 soll für jedes zweite Kind von ein bis drei Jahren ein Krippenplatz zur Verfügung stehen. "Dabei ist für uns der Diakonieverein ein wichtiger Kooperationspartner."
Nicht nur, dass die bestehende Kita Sonnenschein im Erdgeschoss bleiben durfte. Auch mit einer Krippengruppe in einer weiteren Wohnung war der Vermieter einverstanden. Dass Mieter nicht mehr gegen Kinderlärm klagen können, erleichterte ihm die Entscheidung. Aber es seien ohnehin keine Klagen gekommen von den Bewohnern seiner 52 übrigen Mietwohnungen. "Die Einrichtungen sind gut geführt", sagt er.
Das weckte bei der Stadt neue Begehrlichkeiten: "Wir haben auch zu wenig Kindergartenplätze in Betzenhausen", gesteht Marianne Haardt. Das Diakonische Werk verhandelte noch einmal mit den Kleins. Ergebnis: Eine dritte Wohnung an der Idinger Straße 7 wurde für Drei- bis Sechsjährige zur Verfügung gestellt, zusätzlich eine vierte darüber für Personal- und Verwaltungsräume. Über Zulauf kann der Träger nicht klagen: "Wir haben riesige Wartelisten, vor allem für unter Dreijährige", sagt die für Diakonie-Kitas zuständige Bereichsleiterin Kerstin Kohler-Gern. Sie freut sich, dass es gelungen sei, einen aufgeschlossenen Vermieter zu finden.
In den frisch renovierten Drei-Zimmer-Wohnungen finden sich Räume für Rollenspiele, Bewegung, Musik, ein Raum zum Schlafen, eine Sprachwerkstatt. Dass die drei selbstständigen Einrichtungen desselben Trägers unter einem Dach nicht zu einer einzigen zusammengelegt wurden, hat laut Jochen Pfisterer auch formale Gründe: "Womöglich wäre es mit einer Betriebserlaubnis durch das Landesjugendamt schwierig geworden."
DREI KITAS AUF EINEN BLICK
Kita Sonnenschein: eine altersgemischte Gruppe aus 14 Kindergarten- und sechs U3-Kindern;
Kita Sonnenkäfer: Krippe mit einer Gruppe für zehn Ein- bis Dreijährige;
Kita Sonnenblume: eine Gruppe für 20 Drei- bis Sechsjährige;
Alle Kitas haben verlängerte Öffnungszeiten bis 14 Uhr. Eine weitere Krippe mit zwei Gruppen plant die Diakonie mit dem Bauverein am Bischofskreuz.
An den Westarkaden musste der Bauträger ebenfalls zwei Kitas vorsehen. Die Stadt hat die Trägerschaft ausgeschrieben.
Autor: arü
Autor: Anita Rüffer





