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31. Oktober 2008

DRUCK-SACHE

Irritiert

Der Bezirk Südbaden von Amnesty International zeigt sich außerordentlich
irritiert über die Art der öffentlichen Berichterstattung zum Besuch des ehemaligen iranischen Staatspräsidenten Khatami in Freiburg. Die Menschenrechtsorganisation begrüßt, wie es in einer Mitteilung heißt, grundsätzlich den Dialog zwischen allen politischen Beteiligten im Iran und in Deutschland. Es dürfe aber nicht so weit führen, dass klare, auch persönliche Verantwortlichkeiten nicht auch klar benannt werden. Auch Khatami trage erhebliche Mitverantwortung für die Menschenrechtssituation im Iran. Auch während seiner Präsidentschaft haben, so heißt es weiter, Mitglieder des Amnesty-Bezirks Briefe und Gnadenappelle gegen Folter und Hinrichtungen an ihn persönlich gerichtet, ohne je eine Antwort zu erhalten. Es sei bedenklich, wenn der Freiburger Oberbürgermeister in
diesem Zusammenhang davon spreche, dass sich die Stadt Freiburg "sehr geehrt" fühle, dass sie einen Besuch von Khatami erhalte. Hier mag er, so Amnesty, für sich persönlich sprechen, aber es dürfe ein großes Fragezeichen gesetzt werden, ob dies für alle Bürger der Stadt Freiburg gilt. Die Menschenrechtler halten es für wahrscheinlicher, dass sich viele Freiburger eher durch einen Besuch der Friedensnobelpreisträgerin Shirin Edabi geehrt fühlten und fordern Stadt und Universität auf, sie zu einem offiziellen Empfang und einem Bericht über ihre Sicht der Dinge im Iran einzuladen.

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