Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

26. März 2010

Duales System fasziniert

Griechische Delegation im Nutzfahrzeugzentrum Schmolck.

  1. Griechische Delegation bei Schmolck: Im Nutzfahrzeugzentrum zeigen Georg Sijak, der kaufmännische Leiter, Firmenchef Bernhard Schmolck und Serviceleiter Manfred Hug (von links) den Ablauf, Sideris Chatzis (rechts) übersetzt, Antonia Pontiki (5. von rechts) assistiert. Mitte: Argirios Antzas (helles Hemd). Foto: Sylvia-Karina Jahn

EMMENDINGEN. "Diese Organisation, der modulare Aufbau, wie alles ineinandergreift – das ist Wahnsinn. Das klappt bei uns überhaupt nicht!" So fasste Argirios Antzas, Vorsitzender der Kraftfahrzeuginnung von Arkadien, einer Provinz am Peleponnes, die Eindrücke der 15-köpfigen griechischen Delegation zusammen, die die Handwerkskammer Freiburg und Betriebe in der Region besuchten. Vor allem informierten sich die Unternehmer jedoch über Aus- und Weiterbildung; deswegen auch der Besuch bei der Firma Schmolck mit ihren mehr als 70 Auszubildenden. "Das duale Ausbildungssystem hat uns zum Teil sprachlos gemacht", übersetzte Sideris Chatzis, in Stuttgart lebender griechischer Fahrlehrer, die Einschätzung des griechischen Unternehmers beim Pressegespräch. Antzas hat seine Laufbahn an einer Technikschule gestartet; das Nebeneinander von Theorie und Praxis fehlte da völlig. Gerade in der jetzigen Wirtschaftskrise würde Antzas das Ausbildungssystem am liebsten importieren: "So könnte man Leute in den Arbeitsmarkt bringe, wir suchen Mitarbeiter und finden keine, die qualifiziert sind." Für die Einführung wäre zwar staatliche Förderung erforderlich, doch, wie Wolfgang Adam, Ausbildungsmeister bei der Handwerkskammer Freiburg, ergänzt: Das wäre eine effektive Investition, denn sie bringe Geld zurück.

Werbung


Adam hat das Besuchsprogramm für die griechische Delegation organisiert: Sie erhielten eine Technik-Fortbildung an der Gewerbeakademie der Handwerkskammer, Informationen über Weiterbildung und überbetriebliche Ausbildungsmöglichkeiten, sie besuchten neben Schmolck die Firma Gutmann Messtechnik in Breisach, die Messgeräte für Autos herstellt und eine europaweite Service-Hotline für die Nutzer aufgebaut hat, und informieren sich am heutigen Freitag über die Solarstadt Freiburg ("wir haben ja so viel Sonne...") Den Kontakt habe die Handwerkskammer von Arkadien über das europäische Leonardo-Projekt gesucht und den Schwerpunkt Ausbildung vorgegeben, "die muss dort katastrophal sein", merkt Adam nach dem an, was ihm die Gäste berichteten.

Was nehmen sie sonst noch mit? Beeindruckt hat Antzas und seine Kollegen das Volumen des Betriebes: Alles sei sauber und einladend und eben sehr gut organisiert, von der Lagerorganisation bis hin zu den strukturierten Arbeitsabläufen. "Die Zusammenarbeit zwischen Empfang, Annahme und Service hat mir besonders gefallen – denn trotzdem ist jeder Spezialist in seinem eigenen Bereich", schildert Antonia Pontiki, bei der arkadischen Kammer für Übersetzungen zuständig, ihre Eindrücke. Die Delegationsteilnehmer haben Unternehmen mit maximal fünf Mitarbeitern, berichten sie; dennoch: Die Organisation wie bei Schmolck würden sie am liebsten mitnehmen. Und Wolfgang Adam gleich mit dazu.

Aber das Lernen funktioniert auch umgekehrt: Als sich die Griechen für die perfekte Gastfreundschaft bedanken, gibt Firmenchef Bernhard Schmolck die Komplimente für sein Unternehmen zurück: "Das hab’ ich in Griechenland gelernt..."

Autor: Sylvia-Karina Jahn


0 Kommentare

Damit Sie Artikel auf badische-zeitung.de kommentieren können, müssen Sie sich bitte einmalig bei Meine BZ registrieren. Bitte beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.



Weitere Artikel: Emmendingen