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27. Januar 2012

An der Schneeburg fallen die letzten alten Buchen

Gemeinderat Ebringen stimmt Forstbetriebsplan 2012 zu.

EBRINGEN. In diesem Jahr wird die Gemeinde Ebringen in ihrem 440 Hektar großen Wald am Schönberg und auf Wittnauer Gemarkung 2700 Festmeter Holz einschlagen. In seiner Sitzung am Montag beschloss der Gemeinderat den Forstbetriebsplan 2012, wonach Revierförster Jürgen Bucher mit einen Gewinn von 5000 Euro rechnet. Das ist nicht viel, aber für die Verhältnisse im Ebringer Wald ein guter Wert.

Denn weil Laubholz am Schönberg dominiert und dabei die Baumart Buche, wofür derzeit im Vergleich zu Nadelholz relativ geringe Erlöse erzielt werden können, ist der Förster froh, wenn er überhaupt einen Überschuss erwirtschaften kann. Im Betriebsjahr 2010 betrug der 6100 Euro und die Bilanz für 2011 wird ausgeglichen sein. "Wir haben im Vorjahr wegen der guten Erlöslage beim Nadelholz mehr eingeschlagen als der neue Zehnjahresplan vorsieht, wir haben aber auch weit mehr als sonst in die Instandhaltung der Wege investiert", erklärte der Förster.

Einen Teil der Erlöse von gut 20 000 Euro aus dem Einschlag 2011 habe er jedoch erst nach der Jahreswende verbucht, so dass das laufende Forstbetriebsjahr wahrscheinlich einen höheren Überschuss erbringen wird als im Plan dargestellt. Relativ viel Geld (12 260 Euro) wird der Förster in junge Kulturen investieren, für die Pflanzung von Kirsch-, Ahorn- und Douglasienbäume und für die Pflege von Buchenschösslingen, die sich von selbst vermehren.

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Auf eine Frage der Rätin Hildegund Schröder (Bürger für Ebringen) erklärte er, dass er in diesem Jahr keine Eichen pflanzen werde, weil diese langsam wachsende Baumart auf weitgehend frei geräumte Flächen angewiesen ist, um sich durchsetzen zu können. Weiter informierte der Förster, dass im Gemeindewald weitaus mehr Brennholz zur Verfügung stehe, als die Ebringer Haushalte nachfragen, womit eine Frage des Gemeinderats Klaus Ruh (FDP) beantwortet war.

Mit Freude nahmen Bürgermeister Rainer Mosbach und die Gemeinderäte zur Kenntnis, dass in den nächsten Tagen die letzten der über 120 Jahre alten Buchen an der Schneeburg gefällt werden. Seit fünf Jahren ist der Förster bestrebt, diese Bäume im ganzen Gemeindewald Schritt für Schritt zu hauen, weil sie mit zunehmendem Alter an Wert verlieren. Die Schneeburg aber soll auf Dauer von allen Seiten einsehbar bleiben, was zuletzt in der Zeit um 1900 der Fall war. Denn die Gemeinde Ebringen will dieses Baudenkmal künftig stärker in ihrer Außendarstellung hervorheben und damit auf ihre Ortsgeschichte, die für die ganz Region Breisgau Bedeutung hat. Eine erste schriftliche Erwähnung der Burg datiert vom 5. Mai 1312. Dann taucht sie wieder in einem Vertrag von 1349 zwischen dem Adligen Werner von Hornberg und dem Benediktinerkloster St. Gallen auf. Von Hornberg übergab die "Burg genannt Schneberg, gelegen im Brisgöuv, und der Hove gelegen under der selben Burg", die er ausdrücklich als sein Eigentum bezeichnete, an das "Gotzhus ze sant Gallen", erhielt als Gegenleistung die Ortsherrschaft über Ebringen, Berghausen und Talhausen, wobei er die Verfügungsgewalt über die Schneeburg und ihren Hof, den heutigen Schönberger Hof behielt. Sein Neffe Konrad gab die Burg rund hundert Jahre später als Wohnsitz auf und erwarb ein Anwesen neben dem Kirchhof und Gemeindestube in der Ortsmitte.

Die Schneeburg war dem Verfall preisgegeben. Vor einigen Jahren hat das Landesdenkmalamt die Ruine sanieren lassen.

Autor: Silvia Faller