Begleitet von Musik und Wind in den Reben

Sarah Nöltner

Von Sarah Nöltner

Di, 07. August 2018

Ebringen

Der Bio-Weinbetrieb Linsenmeier in Ebringen feiert sein 20-jähriges Bestehen mit Fest und Weinwanderung.

EBRINGEN. Mit zahlreichen Besuchern feierte am vergangenen Wochenende die Bio-Winzerfamilie Leonhard Linsenmeier auf ihrem Hof in der Schönbergstraße in Ebringen das 20-jährige Bestehen der Leonhard-Weine. Die Linsenmeiers produzieren Weine in Bio-Qualität (die BZ berichtete). Diese benötigen einen langen Vorlauf – die Umstellung von konventionellem Anbau bis zum ersten zertifizierten Bio-Wein dauert. Schließlich müssen die Reben erst wachsen, um nennenswerten Ertrag abzugeben.

Bereits 1991 stellte Leonhard Linsenmeier seinen Weinbau um und pflanzte mit der Rebsorte Bronner die ersten pilzwiderstandsfähigen Pflanzen, sogenannte Piwi. 1998 folgte mit den Regent-Reben die zweite Piwi-Sorte, im Jahr 2000 dann die Johanniter-Reben. 2008 schloss der Betrieb mit dem Kontrollverein Ökologischer Landbau einen Vertrag, 2011 erfolgte die erste Zertifizierung als Öko-Wein, seit dem Weinjahrgang 2012 sind die Weine Bio-zertifiziert.

Die ungespritzten und nach den strengen Richtlinien angebauten Trauben ernten Linsenmeiers Mitarbeiter von Hand. Ausgebaut werden die Trauben im Ebringer Schlosskeller, wo Kellermeister Klaus Ruh in enger Abstimmung mit Leonhard Linsenmeier das Bio-Rohmaterial in vielfach preisgekrönte Qualitätsweine verwandelt. Beim Fest konnten diese verkostet werden. Außerdem bewirtete die Familie Linsenmeier ihre verweilfreudigen Gäste im Festzelt mit selbstgemachtem Flammkuchen und Kuchen.

Die geführte Weinwanderung mit Weinverkostung, die am Samstag angeboten wurde, kam gut an, wie Leonhard Linsenmeier berichtete. Die Hitze sei in den Reben sogar besser auszuhalten gewesen, da dort ein steter Wind die Hügel hinaufziehe. Am Sonntag bespielte das Orchester des Handharmonikavereins Wolfenweiler-Schallstadt das Publikum im Festzelt mit seinem reichen Repertoire.

Für Kinder gab es Geschicklichkeitsspiele und ein Schminkangebot, für die erwachsenen Gäste ein anspruchsvolles Weinquiz. Am Nachmittag gaben die zukünftigen Musiklehrer Lukas Noeske und Jan Klementz, die kürzlich die Aufnahmeprüfungen für das Schulmusikstudium in Freiburg bestanden haben, wie Linsenmeier erzählte, ein Gitarrenkonzert im Hof des Betriebs.

Leonhard Linsenmeier zog eine positive Bilanz für das Jubiläumsfest: An beiden Tagen war trotz der Hitze immer viel Publikum da, das der angebotenen Bewirtung gut zusprach. Besonders freute Linsenmeier, dass nicht nur die Ebringer Nachbarschaft vorbeigekommen sei, sondern auch Weinfreunde aus der weiteren Umgebung – ein Paar kam extra aus Lahr – die Chance für ein Gespräch mit dem Bio-Winzer nutzten.