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24. Dezember 2011
Der Stern strahlt hoch über dem Stall
WEIHNACHTSZEIT – KRIPPENZEIT: Die Krippe in der Ebringer katholischen Pfarrgemeinde St. Gallus und St. Otmar.
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Foto: Silvia Faller
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Schreinermeister Ewald Feiler hilft mit, die Krippe in der Ebringer Pfarrkirche St. Gallus und St. Otmar aufzubauen. Er hatte vor 15 Jahren auch den Stall angefertigt (Bild links). Die beiden Mesner Gertrud Bleile und Peter Lehmann stellen die rund hundert Jahre alten Holzskulpturen auf und legen Moos aus für die Gestaltung einer kleinen Landschaft. Foto: Silvia faller
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So sieht die Krippe aus, die die Besucher der Weihnachtsgottesdienste vor Augen haben werden. Foto: Tanja Bury
BREISGAU. Egal wie unterschiedlich sie auch sind – Jesuskind, Maria, Josef, Ochs und Esel gehören zu jeder Krippe. In der Serie "Weihnachtszeit – Krippenzeit" stellt die Breisgau-Redaktion Krippen in Kirchen und Wohnzimmern im Freiburger Umland ebenso vor wie Leute, die sich dem Krippenbau verschrieben haben. Heute: die Krippe in der Ebringer katholischen Pfarrgemeinde St. Gallus und St. Otmar.
Seit mindestens hundert Jahren ist die Tradition der Krippe in der Kirche in Ebringen lebendig. So alt sind jedenfalls die rund einen halben Meter hohen Figuren, mit denen die Mesner Gertrud Bleile und Peter Lehmann Jahr für Jahr die Szene gestalten. Unbekannt ist jedoch, welcher Künstler die Figuren angefertigt hat. Und ungewiss ist, ob die Ebringer Katholiken schon davor eine Krippe aufgestellt hatten. Möglich ist das, denn in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich diese Praxis in Mitteleuropa zum Trend, nachdem in bedeutenden Bischofskirchen Krippen aufgestellt wurden. Möglicherweise hatte den Ebringern auch das Weihnachtsrelief am Hochaltar genügt, das der Bildhauer Joseph Hörr 1784 in seiner Freiburger Werkstatt angefertigt hat. Hörr zählte zu den angesehensten Künstlern seiner Zeit. Für die Ebringer Kirche hatte er den Hochaltar und die Emporenbrüstung geschaffen, auch hat er die Decke des Kirchenraums mit Stuckornamenten verziert. Aufzeichnungen über die erste Krippe in Ebringen gibt es jedenfalls nicht. Nach den Recherchen des im Oktober verstorbenen langjährigen Gemeindepfarrers Manfred Hermann stammen die heute vorhandenen Figuren jedenfalls aus der Zeit um 1910, erzählt Gertrud Bleile.Werbung
Die Gemeinde hatte sich die aus Holz geschnitzten Skulpturen einiges kosten lassen. Angesichts der prachtvollen Ausstattung der Ebringer Kirche ist das nicht verwunderlich. Gertrud Bleile, Jahrgang 1954, ist in Ebringen aufgewachsen und erinnert sich noch gut an die Faszination, die die Krippe einst auf sie ausgeübt hat. Sie freut sich daher jedes Jahr zu erleben, wie sich Kinder auch heute noch davon begeistern lassen. Und sie freut sich darauf, die Krippe aufzustellen. Das ist in Ebringen derart aufwändig, dass der Schreinermeister Ewald Feiler mithilft, der vor 15 Jahren den Stall gebaut hat. Bis zur Renovierung der St. Galluskirche in den Jahren 1980 bis 1982 wurden Maria, Josef und das Jesuskind in einem Stall aus Birkenholz platziert, danach jedoch lange Zeit ohne Dach über dem Kopf auf dem Tisch des rechten Seitenaltares.
"Weil der alte Stall baufällig war. So richtig weihnachtlich war es aber nicht, die Heilige Familie ohne Stall darzustellen", erzählt Gertrud Bleile. Und so hatte Pfarrer Hermann Mitte der 1990er Jahre gern die Anregung des damaligen Pfarrgemeinderats aufgenommen, einen neuen Stall bauen zu lassen. Auf Wunsch des Pfarrers hat Ewald Feiler den Stall nach dem Vorbild des Weihnachtsreliefs geschreinert – mit hohem Dach und einer markanten Fachwerkkonstruktion.
Und er hat einen etwa vier Quadratmeter großen mehrteiligen Tisch gebaut, der dem Seitenaltar angepasst ist. Auf diesem Tisch befestigt er die Bauteile für den Stall und gestalten Gertrud Bleile und Peter Lehmann mit Moos, Kalksteinbrocken und anderen natürlichen Materialien eine Landschaft drum herum. Natürlich gehören auch Hirten und Schafe dazu, und an Dreikönig am 6. Januar kommen noch die drei Weisen dazu. Diese Figuren und ebenso ein Kamel und eine Figur mit schwarzer Haut hat die Gemeinde erst in den 1950er Jahren angeschafft. Sie sind aus Gips und kleiner als Maria, Josef und die Hirten.
Vor drei Jahren haben Gertrud Bleile und Peter Lehmann auf dem Speicher der Kirche das Kamel, die schwarze Figur sowie einen Engel, der zur ursprünglichen Figurengruppe zählte, und einen Stern mit Kometenschweif aufgestöbert. Die Gemeinde hat diese Teile restaurieren lassen und Gertrud Bleile hat sich dafür eingesetzt, dass der Stern so wie früher vom Seitenaltar hoch über der Krippe herab leuchtet – eine elektrische Lampe macht es möglich – und dass der Engel wie einst auf das Stalldach platziert wird und von dort mit einem Transparent das "Gloria in Excelsius Deo" (Ehre sei Gott in der Höhe) verkündet. Auch beim Weihnachtsrelief des Hochaltars sitzt ein Engel auf dem Stalldach.
Autor: Silvia Faller


