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05. Februar 2010

Gesungen wird so oft wie möglich

Katharina Schulz und Elisabeth Reinle traten in der Kategorie "Pop-Gesang" bei Jugend musiziert an – und belegten erste Plätze

  1. Katharina Schulz (links) aus Sölden und Elisabeth Reinle aus Pfaffenweiler waren in der neuen Kategorie „Pop-Gesang“ bei Jugend musiziert erfolgreich. Foto: Christin Lang

EBRINGEN. Pop statt Klassik: Wer glaubt, bei Jugend musiziert werden nur die alten Meister gespielt, der irrt. In diesem Jahr waren beim Regionalwettbewerb in Rheinfelden auch Hits aus den aktuellen Charts zu hören: Zum ersten Mal gab es einen Wettbewerb in der Kategorie "Pop-Gesang". Dabei belegten Katharina Schulz aus Sölden und Elisabeth Reinle aus Pfaffenweiler jeweils den ersten Platz in ihrer Altersklasse. Beide werden am Musischen Zentrum Ebringen (MZE) unterrichtet.

Seit diesem Jahr ist Pop-Gesang so wettbewerbsfähig wie Alte Musik. "Als angemessene Referenz an die Vielfalt unserer zeitgenössischen Musikkultur", bezeichnete Norbert Dietrich, Ausrichter und Musikschulleiter in Rheinfelden, den Neuzugang bei Jugend musiziert. Gleichzeitig bekommen ambitionierte Sängerinnen und Sänger, wie Katharina und Elisabeth, endlich eine Plattform sich zu präsentieren. "Ich wollte nie zu ’Deutschland sucht den Superstar’", erzählt die zwölfjährige Katharina, "ich kann den Dieter Bohlen nicht leiden."

Außerdem kann man Jugend musiziert nicht mit einer Castingshow vergleichen: Nicht nur das Niveau der Juroren, sondern auch die Anforderungen an die Kandidaten sind viel höher. So müssen die Teilnehmer je nach Altersgruppe ein zehn- bis 20-minütiges Programm zusammenstellen. Darin enthalten sein müssen ein A-Capella-Song, ein Lied mit deutschsprachigem Text und ein selbst geschriebenes Stück. "Paradise Love" heißt der selbstkomponierte Song von Katharina Schulz. Die Idee dazu sei ihr einfach so gekommen, erzählt sie, und als sie den Text hatte, da kam auch die Musik fast von alleine.

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Liegt Musikalität in den Genen? Die Eltern von Katharina Schulz haben zumindest beide Musik studiert und auch Katharinas sechs Geschwister spielen Instrumente. Zum Gesang sei sie durch ihre Mutter Monika Biwald gekommen, die als Musikschullehrerin nicht nur in Ebringen sondern auch in Furtwangen und St. Georgen im Schwarzwald unterrichtet.

Auch die 17-jährige Elisabeth ist durch Monika Biwald vom Kinderchor auf Pop-Gesang umgestiegen. Neben dem wöchentlichen Gesangsunterricht erprobt sie ihre Stimme in einer von drei Bands, die die Musikschule in Ebringen für ihre Schüler gegründet hat. "Von Pink bis Silbermond spielen wir so ziemlich alles", erzählt Elisabeth Reinle. Um sich aber auf Jugend Musiziert vorzubereiten, müsse man auch zu Hause viel üben, sagt sie: "Ich singe so oft es geht – sogar beim Putzen."

Während Katharina Schulz von ihrer Zwillingsschwester auf dem Klavier begleitet wurde, bekam die 17-jährige Elisabeth Reinle Unterstützung aus der eigenen Band. Die hat nämlich gemeinsam mit ihr an dem selbst geschriebenen Stück gearbeitet. Zwar durfte sie am Ende nur mit der E-Gitarre begleitet werden, das aber hat vollkommen ausgereicht, die Jury zu überzeugen: Mit maximal 25 erreichbaren Punkten darf sie sich im März mit der Landeskonkurrenz in Friedrichshafen messen.

Natürlich hofft Elisabeth, dass sie auch dann weiterkommt. Wer beim Bundeswettbewerb zu den Preisträgern zählt, hat eine hervorragende Grundlage für Aufnahmeprüfungen an Musikhochschulen oder sogar für eine professionelle Gesangskarriere. "Auf jeden Fall lernt man viel dazu", sagt sie, "es ist schließlich nicht alltäglich vor einer Jury zu singen."

Der nächste Auftritt steht aber schon bevor: In Freiburg wird sie beim Preisträgersingen auf der Bühne stehen.

Autor: Christin Lang