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17. Dezember 2011

"Ich finde es gut, wenn das Neue sich abhebt"

Lebhafte Diskussion im Gemeinderat Ebringen um drei Bauanfragen und die Befreiung von Festsetzungen der Bebauungspläne.

EBRINGEN (sf). Lebhafte Debatten gab es im Ebringer Rat zu drei Bauanfragen. Das Gremium war aufgerufen, sich zum Bau einer Doppelhaushälfte im Geltungsbereich des Bebauungsplans "Birkental" und zum Bau eines Einfamilienhauses an der Talhauserstraße zu äußern. Befreiungen von Festsetzungen der Bebauungspläne standen an. Weiter diskutierte das Gremium über die Pläne zur Sanierung eines denkmalgeschützten Hauses an der Kreuzung Talhauserstraße/Schulstraße. Es ging um neue Dachgauben und ein Treppenhausanbau mit Pultdach.

Der Bauherr im Gebiet "Birkental" will an der Westseite seines Hauses eine breite Dachgaube einbauen, wodurch die Traufe an dieser Stelle höher verläuft. Weiter überschreitet er die Baugrenze mit einer zweistufigen Balkonanlage und soll der Carport kein Satteldach, sondern ein Flachdach mit Begrünung bekommen, wobei an diesem Nebenbauwerk ebenfalls die Traufhöhe überschritten werden soll. Die Ratsmehrheit akzeptierte die Begründungen für die Befreiungen, Fred Braun (Bürger für Ebringen) stimmte jedoch gegen den Antrag. Er bezeichnete es als "unpassend für das Gebiet", unter einem Carport einen Freisitz anzulegen und nicht umgekehrt.

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Beim Einfamilienhaus in der Talhauserstraße (Gerd Schüler war befangen) ging es um die Absicht, das Dachgeschoss zum Vollgeschoss auszubauen, wodurch eine Maßgabe des Bebauungsplans nicht eingehalten ist. Kritik kam von Seiten Ralf Schmitts (Bürger für Ebringen); er enthielt sich auch der Stimme. Er stellte die Begründung für den zusätzlichen Wohnraum in Frage, wonach sich das Vollgeschoss "aufgrund des Baufensters und der zulässigen Nutzung" ergeben soll. Weiter führte er an, dass das Baurecht normalerweise keine soziale Begründung berücksichtige. Der Bauherr argumentiert, dass er mit seiner achtköpfigen Großfamilie in das Haus einziehen werde.

Die Mehrheitsmeinung war jedoch, dass es gut ist, wenn eine innerörtliche Baufläche intensiv ausgenutzt wird (Eveline Jenne, Frauenliste), und dass es zu begrüßen sei, dass sich eine komplette Familie in Ebringen ansiedeln will (Klaus Ruh, FDP). Weiter erinnerte Jenne daran, dass der Rat schon einmal dem Bau eines Haus an der Talhauserstraße mit einem Vollgeschoss unter dem Dach zugestimmt hatte. "Es wäre ungerecht, würden wir das aktuelle Vorhaben ablehnten." Allgemeine Zustimmung fand die Überschreitung der Baugrenze durch die Garage. Die wird mit Erde überschüttet und daher nicht sichtbar sein.

Beim denkmalgeschützten Haus in der Talhauserstraße (Eveline Jenne war befangen) sagten Ralf Schmitt und Fred Braun nein. Für die beiden ist es unakzeptabel, den Treppenhausanbau mit einem Pultdach zu bedecken. Braun bezeichnete diese Absicht als "furchtbar". "Das Haus hat kulturhistorisch große Bedeutung für Ebringen. Ein Anbau mit Satteldach wäre besser", sagte er. Abgeschwächte Kritik kam von Bernhard Goldschmidt und Marie-Luise Klees-Wambach (beide Bürgerliste), sie stimmten jedoch zu. Die Mehrheitsmeinung folgte Klaus Ruh und Irene Winterhalter (Frauenliste), wonach das Pultdach von der Talhauserstraße aus gar nicht und von der Schulstraße aus nur teilweise sichtbar ist.

Ruh meinte, dass "man einen Bauherrn, der es auf sich nimmt, ein denkmalgeschütztes Haus zu sanieren, nicht behindern sollte". Auch Hildegund Schröder (Bürger für Ebringen) sprach sich für das Projekt aus. "Ich finde es gut, wenn das Neue sich abhebt und das Alte nicht kopiert." Bürgermeister Rainer Mosbach erklärte, der Entwurf sei mit der Denkmalschutzbehörde abgestimmt.

Autor: sf