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28. Januar 2012
"Ob der Christian noch Alemannisch kann?"
Heidi Vetter kam ihrem Schlageridol in Ebringen ganz nah.
EBRINGEN. Für Heidi Vetter hat sich am Donnerstagabend ein kleiner Wunschtraum erfüllt. Die Altenpflegerin aus Pfaffenweiler hat beim BZ-Gewinnspiel gewonnen und durfte – zusammen mit einigen wenigen Ausgesuchten – die Stars des SWR 4-Schlagerfestivals in der Ebringer Schönberghalle hinter der Bühne treffen – mit dabei auch ihr Idol, der Sänger Christian Lais.
Fast gar hätte Heidi Vetter vergessen, den entscheidenden Anruf zu tätigen. "Ich gewinne ja doch nichts", so ihre Überzeugung. Doch als das Telefon klingelte und sie über ihr Losglück informiert wurde, war sie ganz aus dem Häuschen: Endlich kann sie ihr Schlageridol Christian Lais live sehen. Und nicht nur das, gemeinsam mit ihrer Freundin Jutta Gutgsell darf sie ihn vor seinem Auftritt auch noch persönlich kennen lernen. Zu dem Newcomer am deutschen Schlagerhimmel hat Heidi Vetter einen besonderen Bezug. "Der Christian stammt ja aus Kandern, das ist nur ein Katzensprung von meiner Heimatstadt entfernt", erzählt die gebürtige Lörracherin. Außerdem habe er eine außergewöhnliche Ausstrahlung und eine tolle Stimme: "Als ich erfahren habe, dass er in Ebringen mit dabei ist, ist mir das Herz aufgegangen."
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Vor dem Treffen mit ihm ist Heidi Vetter sehr aufgeregt: "Meine Erwartungen sind riesengroß." Sie will ihn fragen, ob er nach all den Jahren noch Alemannisch sprechen kann. Und natürlich will sie "ihrem" Star etwas überreichen: ein Fläschchen Pfaffenweiler Spätburgunder, Jahrgang 2009.
Schon mit sieben Jahren hat Christian Lais angefangen, Musik zu machen – und zwar mit dem Akkordeon. Zum Singen kam er durch die ZDF-Hitparade, die er als Kind jeden Samstag geguckt hat. "Irgendwann habe ich angefangen, die Songs einfach mitzusingen", erzählt er. Damals trällerte er seine Lieblingslieder allerdings noch in die Haarbürste seiner Mutter. Mit sechzehn Jahren nahm er bei seinem ersten Nachwuchswettbewerb teil. Es folgten etliche weitere und immer konnte Christian Lais einen der vorderen Plätze erringen. 2008 erfolgte mit "Sie vergaß zu verzeih’n" der erhoffte Durchbruch, 2009 wurde er bei der Superwunschmelodie zum besten Nachwuchskünstler gekürt.
Er lege, so sagt Lais, besonderen Wert auf die Texte seiner Lieder. "Ich will keine Ballermann-Lieder schmettern. Das sollen andere machen." Viele meiner Fans würden sich und ihre Geschichte in seinen Liedern wiederfinden.
Das kann Heidi Vetter nur bestätigen. Ihr gefällt besonders das nachdenklich stimmende Lied "Die Augen eines Spielers", worin Lais einen einsamen Menschen beschreibt, der aus seiner Spielsucht nicht mehr herausfindet. "Das ist richtig aus dem Leben gegriffen", sagt sie.
Die Begegnung mit Christian Lais ist an diesem Abend aber nicht die einzige für Heidi Vetter. Es stehen noch Mary Roos, Graham Bonney, Truck Stop, Ella Endlich und der Ex-"Flippers"-Sänger Olaf Malolepski auf der Programmliste des Schlagerfestivals.
Nach den Treffen und dem Konzert ist Heidi Vetter total begeistert: "Es war einfach super! Die ganze Veranstaltung war rundum schön." Besonders angetan war sie von der Zugabe: Eine Frau hinter der Theke hatte Geburtstag und da haben Christian Lais, Mary Roos und Graham Bonney mit allen Besuchern zusammen Geburtstagsständchen gesungen. "Das Geburtstagskind hat sich vielleicht gefreut", erzählt Heidi Vetter.
Aber was hat Schlagersänger Christian Lais eigentlich auf ihre Frage nach der Mundart geantwortet? Christian Lais: "Wenn ich heimkomme, sagt meine Mutter als Erstes zu mir: ’Bub, schwätz Alemannisch!‘"
Autor: Hans Jürgen Kugler
