Schlosshexen feiern mit Zünften und Guggemusiken

Frowalt Janzer

Von Frowalt Janzer

Di, 03. Februar 2015

Ebringen

Die legendäre "Wer-Ka-Ka-Ku"-Party in Ebringen lockt wieder viele verkleidete Narren in die Schönberghalle.

EBRINGEN. "Wer-Ka-Ka-Ku" (wer kann, kann kumme) – diese Party der Ebringer Schlosshexen steht bei jung bis mittelalt fest auf dem närrischen Fahrplan. "Wer-Ka-Ka-Ku" ist Kult, die Schönberghalle in Ebringen ein Treffpunkt. Auch dieses Jahr wieder: Frauen und Mädchen schwirrten als Marienkäfer und Schmetterlinge durch die Halle, Engelchen und Teufelchen mischten sich unters närrische Volk, eine Gruppe Försterinnen mit schickem Hütchen machte auf sich aufmerksam, Krankenschwestern ließen ihre Röckchen wippen, ein Reißverschluss im Gesicht ist ebenso Hingucker wie die ausgefallenen Frisuren. Und dazwischen tummelten sich die Hästräger der 58 Zünfte.

Die Ebringer Schlosshexen hatten alles bestens vorbereitet. Und trotzdem: Vor den zwei Kassen im Zelt vor dem Halleneingang bildeten sich lange Warteschlangen; ein Sicherheitsdienst kontrollierte, die Besucher wurden per Zählwerk erfasst. Ach, diese Vorschriften! Drei Bars gab’s – eine in der Halle, eine im Eingangsbereich und eine oben –, und die Hexenmädels lieferten Drinks aus ihrem Käfig in der Saalmitte, der nicht nur Getränketheke, sondern auch Essensstand war. Die Schlosshexen zeigten sich für den großen Ansturm gerüstet.

Und die Halle füllte sich. Christopher und Timothy Müller-Williams begrüßten die bunte Narrenschar, die bereits durch Discosound auf Betriebstemperatur gebracht wurde. Vertreter der 58 Narrenzünfte gruppierten sich auf der Bühne und boten ein buntes Bild: Hexen, Kobolde, Teufel, Hästräger und Guggemusiker. Christopher und Timothy fragten die Menge: "Was ist eine Party ohne Guggenmusik?" Trommeln kündigte sie an, sofort herrschte Bewegung in der Halle. Die Schnecke-Bläärer, Guggemusiker aus Pfaffenweiler, hatten ihren Auftritt.

Der Funke sprang über – Arme hoch, mitsingen, mit den Füßen stampfen. Später brachten die Ebringer Gässlifätzer und die Nodeschrottler aus Ehrenstetten die Stimmung in der Halle zum Kochen. Dazwischen begeisterten die sportlichen Damen der Mühlbach-Hexen aus Opfingen mit einem rhythmischen Tanz, Rauchschwaden kündigten den Auftritt der Schlossturmhexen Feldkirch an, nach dem Tanz der jungen Mädchen verbreiteten die Hexen gruselige Stimmung. Danach gab es wieder Discomusik bis in die frühen Morgenstunden.

Die Vize-Vorsitzende der Schlosshexen, Melanie Heinke, gab beim Zunftmeisterempfang ihrer Freude Ausdruck, dass wieder so viele Narren zur "Wer-Ka-Ka-Ku"-Party gekommen waren, und stieß auf die Fasnet an. Der Narrenbaum in Ebringen steht auch schon. Die Klämle Driebel hatten ihn aufgestellt.