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03. März 2010

Über Beatboxing zum Chorgesang

Die Chorgemeinschaft Schallstadt-Wolfenweiler/Ebringen gab ihr Jahreskonzert 2010 / Gäste aus Heimbach.

  1. Geehrt wurden (von links): Hans Müller für 50-jährige, Werner Rupp und Elmar Kasper jeweils für 40-jährige Mitgliedschaft. Foto: Silvia faller

  2. Zwei der Beatboxing-Interpreten, die das Publikum begeisterten. Foto: Silvia Faller

EBRINGEN. Ein abwechslungsreiches Konzert ist den Männergesangvereinen aus Ebringen und Schallstadt in der Ebringer Schönberghalle gelungen. Zum einen haben die rund 45 Sänger und ihr Dirigent Thomas Kaltenbach selbst ein vielfältiges Programm entfaltet, zum zweiten überraschte der Gastchor aus Teningen-Heimbach mit effektvollen und musikalisch äußerst gekonnten Interpretationen und zum dritten präsentierte sich eine neue Formation mit vokaler Perkussion.

Deren Auftritt war als "kleine musikalische Überraschung" angekündigt. Der Reaktion des Publikums nach zu schließen war er jedoch eine große Überraschung. Die jungen Leute haben sich darin geübt, Schlagzeuggeräusche mit der Zunge sowie der Wangen-, Kiefer- und Halsmuskulatur zu erzeugen und begleiteten auf der Bühne mit dieser Kunst namens Beatboxing Thomas Kaltenbach beim Michael-Jackson-Hit "They dont´care about us". Einst hatte Thomas Kaltenbach selbst als Jugendlicher zusammen mit Freunden mit für damalige Verhältnisse neuer Musik Zugang zur Chorgemeinschaft gefunden, und zwar über das Ensemble "Onewallfrees". Das gibt es noch immer. Allerdings sind seine Mitglieder längst erwachsen geworden. Nun soll das Beatboxing-Angebot wiederum jungen Leuten den Weg zum Singen im Chor weisen.

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Dass das gelingt, ist den beiden Vereinen zu wünschen und auch ihrem Publikum, das die Konzertangebote immer wieder mit regem Besuch und viel Applaus beantwortet. Auch jetzt wurde die Erwartung der Besucher nicht enttäuscht. Begleitet von Eva-Maria Steiert am Klavier setzte die Chorgemeinschaft mit einer gelungenen Interpretation des Studentenchores aus der Oper "Hoffmanns Erzählungen" ein und entzündete mit Liedern wie dem 1930er-Jahre-Klassiker "Mein kleiner grüner Kaktus" und "Vielen Dank für die Blumen" von Udo Jürgens jeweils einen Riesenapplaus.

Wie gewohnt taten das auch die Onewallfrees, etwa mit dem Evergreen "La Bamba", der auf ein mexikanisches Volkslied zurückgeht, oder dem A-Capella-Song "Harmonie Leads The Way", wozu der Tenor Karlheinz Drück vorab eine nette Geschichte erzählte. Dieses Stück sei den so genannten Barbour-Songs zuzuordnen, die in den 1920er Jahren in den Vereinigten Staaten aufkamen, indem sich vor dem Frisör Schlange stehende Männer die Zeit mit Singen vertrieben. Flott, zackig, locker, einfach nett kam dieses Lied daher. Trotz des insgesamt guten Gesamteindrucks ist anzumerken, dass der Chor noch einige Schritte vor sich hat auf seinem Weg, den er zusammen mit Thomas Kaltenbach beschritten hat. So könnten die Moderatoren die von den Stücken erzeugte freudige Stimmung treffender aufnehmen.

Die Gäste aus Heimbach waren vollkommen durchdrungen von den Melodien und Texten, die sie allesamt auswendig sangen, und nur über unscheinbare Zeichen aufs Engste mit ihrem Dirigenten Andreas Ebner verschmolzen. "Die Heimbacher sind etwas ganz besonderes", war einem vor Konzertbeginn zugeraunt worden.

Abgesehen vom Konzert gab es Applaus für langjährige Mitglieder. Hans Müller (Schallstadt) erhielt die Goldene Ehrennadel des Deutschen Chorverbandes für 50-jährige aktive Mitgliedschaft, Elmar Kasper und Werner Rupp (beide Schallstadt) die Goldene Ehrennadel des Badischen Chorverbandes für 40-jährige Mitgliedschaft. Nadeln und Urkunden überreichte Barbara Locherer-Kuhs aus dem Vorstand der Gruppe Breisgau-Süd im Breisgauer Sängerbund.

Die "Eintracht" Schallstadt-Wolfenweiler würdigte zudem Hans Blaudszun und Gerd Stiefvater, die seit 35 Jahren mitsingen und jüngst zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden. Ebenso ehrte der Männergesangverein Ebringen Eberhard Lau und Manfred Moll für langjähriges Engagement.

Autor: Silvia Faller