Mülleimer abgebaut

Efringen-Kirchen hat ein Müllproblem an den Isteiner Schwellen

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

Fr, 10. August 2018 um 20:33 Uhr

Efringen-Kirchen

Bis zu 50.000 Euro Bußgeld werden auf zweisprachigen Schildern angedroht: Trotzdem wachsen die Müllberge am Rheinufer. Jetzt soll es Kontrollen vor Ort geben.

Die Mengen von Müll, die an den Isteiner Schwellen zusammenkamen, haben derart überhand genommen, dass sich die Gemeinde Efringen-Kirchen zu einem drastischen Schritt entschlossen hat. Sie wird den Müll nicht mehr abholen – wir haben es berichtet. Sie setzt auf die Schockwirkung. Die Mülleimer sind abgebaut, Schilder weisen darauf hin, dass jeder seinen Müll mitnehmen und ordentlich entsorgen soll. Allerdings: Als der Müllberg über das vergangene Wochenende aufs Doppelte anwuchs, musste die Gemeinde den Müll doch wieder holen lassen.

Klar – es ist eine bekannte Regel: Herumliegende Tüten und Flaschen ziehen weitere an. Bauamtsleiter Klaus Lehmeyer hat den Bauhof deshalb gebeten, nochmals besonders sorgfältig sauber zu machen. In einer Sitzung im Bauamt habe man zudem, so erzählt er, das Anbringen neuer Verbotsschilder vereinbart. Diese kündigen nun zweisprachig – deutsch und französisch – an, dass Bußgelder bis zu 50 000 Euro drohen, wenn in dem Landschaftsschutzgebiet Müll hinterlassen wird.

Das Verbot soll nun auch kontrolliert werden

"Wir hoffen auf eine nachhaltige Wirkung", so der Bauamtsleiter zur Vorgehensweise. Er hat im Übrigen den Eindruck, dass die Botschaft bei einigen Leuten schon ankommt. Obgleich tatsächlich schon einen Tag nach dem großen Aufräume neue Müllbeutel, Plastikflaschen und Dosen am Weg zu den Schwellen lagen. Daneben platziert war aber ein Rheinkiesel, bekritzelt mit einer zweisprachigen Schelte gegen die Müllsünder.

Lehmeyer betont im Übrigen, dass das ausgesprochene Verbot nun auch Folgen haben soll. Es werde Kontrollen geben, um es durchzusetzen. Und je nach Entwicklung werden weitere Schritte folgen. "Weitere ordnungsrechtliche Schritte behalten wir uns vor."

Bei der Sommerhitze sind die Schwellen ein besonders beliebter Anziehungspunkt. Sicher waren es auch die außergewöhnlich zahlreichen Besucher in diesem Jahr, die das Problem verstärkt haben. Mit der Besucherzahl wuchsen die Müllberge, mit ihnen die Kosten der Entsorgung. Für den Bauamtsleiter ist klar, dass der Müll nicht weiterhin auf Kosten der Steuerzahler abtransportiert werden sollte. Er hofft auf gegenseitige Kontrollen und die Aufmerksamkeit der Bürger. Und bei illegalen Anlieferungen von Müll auch aufs Notieren von Autonummern.