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13. Oktober 2017

100 Prozent für die Integration

Ines Kratzenberg ist in Efringen-Kirchen jetzt in doppelter Funktion für die Eingliederung von Flüchtlingen zuständig.

  1. Die Hunnsgasse ist im Juli von Geflüchteten bezogen worden. Foto: Victoria Langelott

  2. Ines Kratzenberg Foto: Langelott

EFRINGEN-KIRCHEN (vl). Seit 1. Oktober ist die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Efringen-Kirchen Ines Kratzenberg gleichzeitig Integrationsmanagerin. Damit ist sie jetzt auch für die Sozialbetreuung der Menschen in Anschlussunterbringung zuständig. Bisher war sie nur Koordinatorin für alle Themen im Zusammenspiel mit Behörden, Kindergärten, Schule, ehrenamtlichen Helfern oder Vermietern. Jeder der Aufgabenbereiche umfasst eine Halbtagsstelle, sodass sie jetzt zu 100 Prozent bei der Gemeinde beschäftigt ist.

Vor nunmehr fast einem Jahr hat Ines Kratzenberg die Halbtagsstelle als Integrationsbeauftragte angetreten. Das Land bezuschusst die Stelle genau in diesem Umfang für drei Jahre. In dieser Funktion ist sie Ansprechpartnerin bei allen Belangen der Menschen in der sogenannten Anschlussunterbringung, das sind alle Flüchtlinge, deren Asylantrag entweder positiv entschieden wurde oder die bereits zwei Jahre in einer Gemeinschaftsunterkunft hinter sich haben.

Die Finanzierungsregeln verlangen es: Gleich welcher Status – ob mit Bleiberecht oder ohne – der Landkreis Lörrach muss dafür sorgen, dass Flüchtlinge nach zwei Jahren von einer Kreis-GU in die Unterbringung der Gemeinden wechseln, weil das Land für die Unterbringung in den Landkreis-Unterkünften nicht länger als zwei Jahre bezahlt.

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60 Menschen sind es, die die Gemeinde Efringen-Kirchen derzeit in Anschlussunterbringung aufgenommen hat. Womit die Gemeinde ihr Soll übererfüllt hat – ermöglicht wurde das durch die Fertigstellung des provisorischen Mehrfamilienhauses in der Hunnsgasse und es ist nicht schlecht. Denn es bedeutet zum einen, dass die Gemeinde 2018 auf jeden Fall weniger neue Menschen zugewiesen bekommt. Zum anderen kann die Gemeinde nun mit mehr Geld zur Finanzierung der Integrationsmanagerstelle rechnen.

Wie Thomas Vollbrecht, Leiter des Fachbereichs Aufnahme und Integration im Landkreis Lörrach, ausführt, gibt es nämlich für jeden bis zum 15. September aufgenommenen Flüchtling im "Pakt für Integration" eine bestimmte Summe Geldes. Der Bund stellt das Geld zur Sicherstellung einer besseren Eingliederung der Flüchtlinge in Ausbildung, Arbeitsmarkt, Orts- und Vereinsleben bereit. Das Geld wird über Land und Landkreis den Gemeinden zugeteilt und soll genau dazu dienen, sogenannte Integrationsmanager zu beschäftigen, die sich um die Sozialbetreuung der Menschen in Anschlussunterbringung kümmern.

"Wir werden auf alle Fälle Geld aus diesem Topf des Pakts für Integration beantragen", hält Hauptamtsleiter Clemens Pfahler auf BZ-Nachfrage fest. Allerdings ist es für ihn keinesfalls so sicher, ob und vor allem wieviel die Gemeinde aus dem Topf bekommt. Das Beantragen der Förderung sei mit einigem Aufwand verbunden und an verschiedene Bedingungen geknüpft, berichtet er. "Die Bürokratie um solche Zuschüsse herum ist, wie immer, mit einigen Fallstricken gespickt."

Für Thomas Vollbrecht vom Landratsamt ist die Beschäftigung eines Integrationsmanagers auf jeden Fall wichtig. So könne dieser oder diese die Betroffenen aufsuchen und mit den einzelnen Flüchtlingen Integrationspläne erarbeiten, zum Beispiel mit Blick auf Wohnen und Arbeiten. Grundsätzlich hätten die Kommunen die Möglichkeit, erinnert er, die soziale Betreuung für das erste Jahr in Anschlussunterbringung an den Landkreis zu übertragen, erinnert er. Efringen-Kirchen habe sich entschieden, die Aufgabe selbst zu übernehmen.

Autor: vl