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28. Juli 2010
All zu viel Computerspielen kann nicht gut sein
SPD lud zu Diskussionsveranstaltung mit Jugendlichen ins Jugendzentrum / Offenes Gespräch aller Altersgruppen.
EFRINGEN-KIRCHEN (mick). Mit einer Vorstellung zum Thema "Surfen, mailen, gamen, mobben und schoppen … Chancen und Risiken im www" brachte sich die Villa Schöpflin unter Moderation von Sabine Lang in das Geschehen des Jugendzentrums (JuZ) in Efringen-Kirchen mit ein. Zu der Veranstaltung hatte die SPD eingeladen. Den größten Teil der Diskussion machte das "Zocken" (Gamen), also das oft lange und grenzenlos mitfiebernde Computerspielen, aus.
Gekommen waren mit den Sozialpädagogen Sylvia Böhme und Martin Illgen auch die Hausherren des JuZ, sowie Vertreter des Jugendforums, einige Eltern und mit der ehemaligen Bundestagskandidatin Jana Zirra auch Mitglieder der SPD. Wie bestellt, begann es pünktlich zum Beginn der Veranstaltung zu regnen, und so suchten zusätzlich viele junge Leute Zuflucht in den Räumen des JuZ und erhöhten dadurch die Anzahl der jugendlichen Besucher.
Zum Einstieg zeigte die Diplom-Pädagogin Sabine Lang drei kurze Videofilme aus dem Internet. Einer davon eine knappe Reportage von Jugendlichen über die Nutzung von Computer und Internet, ein anderes Video stellte ein Mädchen vor, das sich per Videobotschaft im Internet auf die Suche nach Freunden gemacht hatte und sich deshalb größten Mobbingattacken von Jugendlichen ausgesetzt sah.
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"Das Internet hat einerseits viele positiven Seiten und bietet Chancen, andererseits birgt es aber auch zahlreiche Gefahren und Risiken", sagte Sabine Lang, die von den Zuhörern wissen wollte: "Welche Erfahrungen habt denn ihr bisher mit dem Internet gemacht?" Daraufhin belebten zahlreiche Wortmeldungen die Runde. "Ich nutze das Internet vor allem, um mit meinen Freunden Nachrichten auszutauschen", meint Jan Herr, ein regelmäßiger Besucher des JuZ. Jana Zirra kritisierte wiederum, wie freizügig man im Internet mit seinen Daten umgehe und dadurch seine Privatsphäre preisgebe.
Nachdem am Anfang eine gewisse Distanz zwischen Jugendlichen und Erwachsenen wahrnehmbar war, entwickelte sich mit der Zeit ein immer offeneres und harmonischer werdendes Gespräch. Und der Redebedarf der Jugendlichen rückte in den Mittelpunkt. So tauschte man sich im Anschluss an die gemeinsame Suche nach Pro und Contra des Internets über das "Zocken" und die damit oft verbundene "Sucht" aus, Themen, die vor allem bei den Jugendlichen auf besonderes Interesse stießen.
"Online-Rollenspiele, bei denen man die Rolle einer Computerfigur annimmt, werden nicht ausschließlich von Jungen gespielt, sondern meiner Einschätzung nach liegt der Anteil der Mädchen bei einem Viertel", erzählte der Jugendliche Johannes Seemann. Die Gefahr liege darin, meinte dazu auch ein Zuhörer aus Kreisen der SPD, dass man sich im Computerspiel eine virtuelle Welt aufbaue und deshalb schnell das Gefühl für die Realität verliere. Außerdem vernachlässige man beim übermäßigen Computerspielen seine Freunde und habe fast keinen geregelten Tagesablauf mehr, war man sich unter den ungefähr 30 Zuhörern, sowohl in den Reihen der Jugendlichen, als auch in den Reihen der Erwachsenen, einig.
So zog Sabine Lang nach regem Austausch das Fazit: "Da es unterschiedliche Spielertypen gibt, braucht jeder, der ernste Probleme mit dem Computerspielen hat, einen anderen Weg in einen neuen Alltag." Daraufhin appellierte der Schriftführer der SPD Efringen-Kirchen, Armin Schweizer, abschließend vor allem an die Freunde der von solchen Problemen Betroffenen, zu ihnen "Offenheit und bessere Beziehungen zur Vorbeugung herzustellen".
Autor: bz
