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03. April 2017

Anerkennung für eine große Leistung

Bei der Verabschiedung von Werner Schmid als Kommandant der Gesamtfeuerwehr gab es viele Worte des Danks und der Anerkennung.

  1. Ein großes Dankeschön ging am Abend des Abschieds von Werner Schmid auch an seine Frau Astrid. Foto: Victoria Langelott

  2. Eine Polizeimütze hatte Postenführer Peter Müller für seinen Freund Werner Schmid mitgebracht. Foto: Victoria Langelott

  3. Werner Schmids fachlich fundierter Einsatz für die Sicherheit im Katzenbergtunnel sorgt dafür, zeigte sich Armin Schuster überzeugt – auf dem Bild von 2010 rechts zu sehen – dass Schmid der einzige Kommandant ist, den der damalige Bahnchef Rüdiger Grube (links) nie vergisst. Foto: Langelott

ISTEIN. 16 Jahre lang war er Kommandant der Gesamtfeuerwehr Efringen-Kirchen, am Freitag wurde Werner Schmid in der Generalversammlung in Istein aus dem Amt verabschiedet. Viele Worte großer Wertschätzung waren ihm sicher. Wobei der Dank der Redner an Schmid stets in Dank an die Feuerwehr insgesamt mündete. Und wie ein roter Faden zog sich das Thema Katzenbergtunnel durch die würdigenden Reden. In der Tat ist es das, wofür Schmid in besonderer Erinnerung bleibt: für seine enorme Leistung in den Verhandlungen mit der Bahn beim Tunnelbau.

Manch einem mag es nicht so bewusst sein, aber es ist tatsächlich maßgeblich Werner Schmid zu verdanken, dass es im Katzenbergtunnel alle 500 Meter rettende Querstollen gibt. Auch, dass die Löschwasserleitung im Tunnel von acht auf zehn Zentimeter Durchmesser vergrößert wurde, ist ihm zu verdanken. Werner Schmid schilderte an dem Abend, dass der geringere Durchmesser und der Stollenabstand von 1000 Metern bereits planfestgestellt war. Doch er dachte an seine Feuerwehrleute, die die Rettung bei Unglücken im Bahntunnel zu übernehmen haben, und legte sich ins Zeug für mehr Sicherheit.

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Werner Schmid hob in seinem Rückblick auch die Leistung seiner Partner im Dienst der guten Sache hervor, der damalige Bürgermeister Wolfgang Fürstenberger, Kreisbrandmeister Schwöble, dessen Vize Schwald, später Armin Schuster, seit 2009 CDU-Bundestagsabgeordneter. Er betonte zudem die gute Zusammenarbeit mit den in der Arge Katzenbergtunnel zusammengeschlossenen Baufirmen.

Armin Schuster erinnerte sich in seinen persönlichen Dankesworten daran, dass er – am Anfang der Tunnelbauzeit noch als Leiter der Bundespolizei in Efringen-Kirchen – wusste, dass Schmids Sorgen um die Tunnelsicherheit Hand und Fuß hatten. "Werner Schmid gehört zu den zwei Händen voll Menschen in meinem Wahlkreis, ohne die ich keinen so guten Job als Politiker gemacht hätte", betonte er. Schuster war sicher, dass sich kein Bahnchef nachhaltig an einen Feuerwehrkommandanten erinnert – "außer an Werner Schmid". Mit Sicherheit werde der damalige Bahnchef Rüdiger Grube Schmid nie vergessen.

Werner Schmid erinnerte an unzählige Sitzungen mit der Bahn, "die keinesfalls vergnügungssteuerpflichtig waren". Bad Bellingens Bürgermeister Christoph Hoffmann bestätigte, dass die Bahnvertreter dabei oft "mit ungeheurer Arroganz und Ignoranz aufgetreten" seien. Werner Schmid sei stets ruhig geblieben. Er habe sich ein enormes Fachwissen angeeignet, sich in Gesetzestexte vertieft, in Sicherheitskonzepte im In- und Ausland. "So konnte er der Bahn fachlich Paroli bieten. Das hat uns in Bad Bellingen sehr genützt," so Hoffmann. Schmid habe aufgezeigt, was für die Feuerwehr nötig ist an Ausrüstung, Geräten oder Ausbildung und habe dann dafür gesorgt, dass nicht die Gemeinden das Geld dafür ausgeben müssen, sondern die Bahn es tut.

Altbürgermeister Wolfgang Fürstenberger, als DRK-Vorsitzender Gast der Versammlung, erinnerte "an die 15 Jahre gemeinsamer harter Arbeit für die Interessen der Gemeinde". – "Das Bauwerk hat uns beide manche schlaflose Nacht bereitet", meinte er und dankte Schmid "für die großartige Zusammenarbeit."

Das Thema Tunnelsicherheit begleitet auch Haberstroh

Werner Schmid wies darauf hin, dass das Thema "Tunnel" auch seinen Nachfolger begleiten werde. Denn keineswegs alles, was nötig zur Sicherheit sei, sei von der Bahn umgesetzt. "Die Löschwasserversorgung im Tunnel ist noch immer nicht funktions- und bedienungsgerecht an die Portalwehren übergeben". Auch die dringend nötige Übungsmöglichkeit für im Tunnel eingesetzte Feuerwehrleute fehlt. Er berichtete von erst konstruktiven Gesprächen mit der Bahn darüber, die im Herbst 2016 jedoch zum Stillstand kamen. "Deshalb habe ich es in einem Brief an Bürgermeister Schmid abgelehnt, junge, unerfahrene Kameraden in einen Brandeinsatz im Tunnel zu schicken. Ich kann dies nicht verantworten." Bürgermeister Schmid bekräftigte seine Unterstützung in dem Anliegen. "Ich bin dabei, mit dem Innenministerium über die Heißausbildung zu streiten".

Die alte Weisheit, dass es nichts Schlechtes gibt, was nicht auch ein Gutes hätte, bestätigte sich aber auch beim Ärgerthema Katzenbergtunnel. So bleibt als gutes Nebenprodukt die – damals maßgeblich von Dr. Gerhard Kienle zur Sicherung der Tunnelarbeiter formierte – First-Responder-Gruppe. Und wenn die Gemeindefeuerwehr demnächst als Grubenwehr beim Rückbau des Sanitätshauptdepots gefragt ist, ist sie dank ihrer Tunnelerfahrung bestens gerüstet dafür.

Autor: Victoria Langelott